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Denn der ihm gegenüberstehende Herzog Bernhard war durchOxenstjerna'S Eifersucht gelähmt, während Kursachsen nurzögernd am Kriege sich betheiligte, aus den passenden Augenblickwartend, sich dem Kaiser wieder anzuschließen zur Vertreibungder Schweden. Einstweilen wetteiferten aber diese mit den deut.schen Fürsten ihrer Partei, dem Herzog von Sachse», dem Land.grasen von Hessen, in unerhörter Mißhandlung deS deutschenReiches und seiner Bewohner, alö sei aller Rechrsbestand aus.gehoben. Für ihr Beginnen hatten die protestantischen Häupternur das Beispiel deS eingedrungenen, fremden ErobererS, welcher,nach seines Hugo Grotius neuem Völkerrechte, was er seinenFeinden abnahm, nicht zu Händen deö verdrängten ursprünglichen
— Zu bemerken ist übrigens auch, daß dem Herzog selbst gegenseine Feinde jedes Mittel recht war; so machte er in einem Briese dieAeußerung: „gegen den Bethlehem (Bcthlen Gabor) muß man mehrnüt xraotioen als axerto Mni'to kriegen, solches aber müßte ange-sehen seyn auf seine Person n In usanna cke Italiu." (Die Re-gesten oder die chronologischen Verzeichnisse der Urkunden in den mähr.Archiven zusammt den noch ungedrnckten Briefen Kaiser Ferdinand's II.,Albrechts von Waldstein und Rombvald's Grafen Collalto. Hrgbn. vonP. Ritter von Chlnmezky, mähr. stand. Archivdirektor, I. Brunn,1856. Aus den hier mitgetheilten Briefen Walleustein's ergibt sich un-widerleglick, daß er von vornherein fortwährend bemüht war, gegen die Be-denklichkciten und gegen den Willen des Kaisers immer mehr die Macht zugewinnen und zu befestigen, welche die Kurfürsten schwächen und dasalte Reich auflösen mußte, so daß ihre entschiedene Opposition gegenihn vollkommen begreiflich erscheint. Hier zeigt sich ferner, daß er dieCondvttieri-Natur auch ini Plündern und Erpressen nicht vertängnele,selbst in den kaiserlichen Landen und trotz aller Bitten nm Schonungsogar vvm Kaiser; nur daß er es im Großen treibt und wenig dagegenbedeutet, daß er hie und da einen, der es zu toll machen ließ, am Kopfnehmen ließ. Hurter giebt über diesen Punkt Andeutungen, die er-klären, woher er die Mittel zu der mehr als königlichen Pracht seinesLebens nahm). Wallenstein war groß, sein Gesicht mager und blaß,sein Blick durchdringend und schrecklich, sein graues Haupthaar kurz,Knebel- und Kinnbart schmal. Im Felde trug er einen Elendskoller undein weißes Wams, Mantel nnd Beinkleider waren scharlachroth, ebensodie Feder aus dem breiten Hute. Er lebte mäßig, und pflegte mehrden Geist als den Körper. Sein Auge beherrschte was ihn umgab,und forschte beständig. Seine Thätigkeit war unermüdlich. Priorato.
D. B.