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Zehnter Band.
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gesandt, so daß die Schweden nach Sachsen zurückgedrängt wur.den. Dagegen waren die Schweden und Franzosen durch die inAugsburg sich sammelnden Kaiserlichen und Bayern*) vom Ein.fall in die bayerischen Lande nicht zurückzuhalten. Bei ZuSmar.Hausen, in der Nähe von Augsburg, ward daS kaiserlich-bayerischeHeer geschlagen und Holzapfel tödtlich verwundet (1648, 17.Mai). Der Kurfürst, an dem Mißerfolg der letzten Unterneh-mungen der Kaiserlichen, die er nicht rückhaltlos genug unter-stützte, nicht ohne Schuld, stob nach Salzburg, sein Land wardfürchterlich verwüstet, während Königsmark mit einem Theiledes schwedischen Heeres abermals in Böhmen eindrang und(31. Juli) die Kleinseite von Prag überrumpelte, wo ungeheureBeute erpreßt wurde. Dies war übrigens der letzte bedeutendereMoment deö KriegS. Als der neue schwedische Generalissimus,Pfalzgraf Karl Gustav, Schwestersohn Gustav Adolf's,mit frischen Truppen auf dem Schlosse zu Prag eintraf (3. Ok.tober) und die Altstadt belagerte, traf, da er eben den zum Ent-satz der Stadt herankommenden Kaiserlichen enrgegengczogcn war,die Nachricht von der Unterzeichnung des Friedenö (24. Oktober)ein. So erreichte der langjährige entsetzliche Kampf vor den.selben Mauern sein Ende, innerhalb deren er dreißig Jahre vor.her begonnen hatte.

Der Westfälische Friede.

Zu Münster und Osnabrück fanden die kaiserlichen Gesand-ten zuerst sich ein, zuletzt, erst im März und April des folgendenJahreS (1644), die französischen, weil sie ihren Weg über Hol-land genommen, um daselbst ein neues Angrifföbündmß gegenSpanien zu schließen, während mit dieser Macht über den Frie-den gehandelt werden sollte, und obgleich auf dem Todbette

') Deren General Gronsfeld schrieb dem Kurfürsten, sie seien etwa 40,000Mann stark, „aber diese 40,000 haben einen Troß von 140,000 bei sich.Weiber, Kinder, Fuhrknechte, Jungen, die ebensowohl als die Soldatenleben wollen. Man theile zwar Proviant aus für 40,000 Mann auf24 Stunden, wie aber die übrigen 100,000 Köpfe leben sollen, wennsie nicht ihr Brod selbst suchen dürfen, gehe über seinen Verstand. Esgebe keinen einzigen Ort, wo der Soldat, wenn er Geld habe, etwaskaufen könne. Er sage das nicht, um die Ausschweifungen zu billigen,sondern nur zur Nachricht, daß nicht Alles aus Nebermuth geschehe, son-dern Vieles aus lauter Hunger".