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Zehnter Band.
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(ff 11. Mai 1643) Ludwig XIII nichts mehr ersehnte alS denFrieden. „Meine Seele ist müde zu leben, sagte er; sollte michjedoch Gott noch in dieser Welt lassen, so würde ich die Zeitanwenden, sür meine Unterthanen zu beten und ihnen die Seg.vungcn deS FriedenS zu verschaffen." Diesem Anfang entsprachder Fortgang. Der Hochmuth der Franzosen rief die kleinlichenund unendlichen Rangstreitigkeiten hervor, zu denen der im Zanküber Unwesentliches erwachsene Geist der Zeit ohnehin geneigtwar, und dazu gesellte sich ein Streit zwischen dem Kaiser, denKurfürsten und den altfürstlichen Häusern über den Excellenz.Titel. Aber über diesen Kleinlichkeiten verloren die Franzosenden auf Schwächung der Reichsgewalr, damit fortan das nurdem Namen nach fortbestehende Reich vom Gebote der Nachbarnabhängig sei, gerichteten politischen Plan nicht auö dem Auge.Deutschland rettete zwar seine Sclbstständigkeit, dessen ungeachtetgelang jener Plan fast gänzlich, weil er auf die gegenseitige undnur im Mißtrauen gegen den Kaiser einige Eifersucht und Groß.mannösucht der deutschen Fürsten gegründet war. Da sie außerden offenen Anhängern der fremden Kronen keine Abgeordnetenin Münster fanden — denn die katholischen, sowie die mit demKaiser ausgesöhnten Reichögliedcr vertrauten dem ReichSober.Haupte, aufgereizte Protestanten scheuten den Einfluß der katho.lischen Franzosen in ihren Angelegenheiten, viele hielt Erschöpfungder Finanzen, andere Furchtsamkeit von der Beschickung ab —erließen die französischen Gesandten ein Rundschreiben an dieFürsten und Stände, worin sie in der frechsten und hämischstenWeise das Hauö Oesterreich beschuldigten, fünf Jahre hindurchden Frieden verhindert zu haben, „um auf den Trümmern derdeutschen Freiheit eine unumschränkte Herrschaft in ganz Europazu errichten". Da den Fremden der Bortheil aus den Händengerungen war, wenn sie dem Kaiser, den im Kriege zu vereinzelnihnen allmälig gelungen, alö Vertreter einer Gesammtheit sichgegenüber erblickten, fragten sie in der beleidigendsten Art, „wodiejenigen wären, welche Amnestie gefordert, und um deren willensie die Waffen allein ergriffen hätten?" forderten den Zutrittaller deutschen StaatSglieder, um gemeinschaftlich an dem heil.samen Werke zu arbeiten und weissagten in dem Str.le deS Hip.polithus a Lapide andernfalls den gänzlichen Umsturz derdeutschen Freiheit *). Da solche Sprache nicht ohne Erwiderung

*) Barthold, a. a. O. n.