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entzogt», seitdem daS Concil, welches die Neuerer wiederholt zurTheilnahme berufen, seinen Ausspruch gethan hatte; somit wardie Reformation fortan keine Forderung mehr, sondern eineEmpörung. Die Fürsten, welche die Erfahrung gemacht, daßder religiösen die politische Umwälzung auf dem Fuße folgte,näherten sich jetzt Rom wieder; allerwärts hob sich die Machtder Inquisition und in Spanien, nahmen die ^utos-ün-ke zu.UebrigenS erhob die innigste und tiefste Frömmigkeit Piuö Vnicht über den VerfolgungSgeist seines Jahrhunderts. Er be.«heiligte sich eifrig durch Truppen und Geld am Kampfe widerdie Hugenotten, dem Herzog von Alba schickte er den geweihtenHut, und zu einem Kreuzzug gegen England versprach er nichtnur allen Besitz der Kirche, Kreuze und Kelche nicht ausgenom.men, sondern versprach auch selbst sich an die Spitze der Kämpferzu stellen. Vor Allem aber beschäftigte ihn die Bekämpfung derTürken, und in einem so bewegten Jahrhundert vermochte er einchristliches Heer zu bewaffnen und bei Lepanto den letzten Siegder christlichen Einheit über den Halbmond davon zu tragen.
Selbst menschlichen Leidenschaften unzugänglich, kanntePiuö V keine Rücksicht, sobald es sich für ihn um die Erfüllungeiner Pflicht handelte, und die Kardinäle mußten ihn daran er.innern, daß er es nicht mit Engeln zu thun habe. Die BulleIn eovnn voimni wollte er in aller Kraft aufrecht erhalten undden Fürsten das Recht bestreiken, den Unterthanen neue Lastenaufzuerlegen; da aber weder die Zeit noch die Fürsten dergleichenAnsprüche mehr vertrugen, zog er sich ernste Widersprüche zu.Sogar Philipp II, welcher diese Bulle zurückwies und be-hauptete, sie bedürfe deS königlichen Exequamr, ging so weit, demPapste zu schreibe», er möge sich nicht freiwillig der Gefahr aus-setzen, zu erkennen, bis wohin ein zum Aeußersten getriebener mäch.tiger Monarch gelangen könne. Als er sich dem Tode nahefühlte, besuchte Piuö die sieben Kirchen und küßte die Stufender heiligen Treppe, „um Abschied zu nehmen von jenen heiligenOrten", und die eindringliche Aufrichtigkeit seiner Frömmigkeitmachte ihn, trotz seiner rauhen Schroffheit, beliebt beim Volke,daS ihn nach seinem Tode wie einen Heiligen verehrte.
Gregor XIII. 1572.
Der Bologneser Ugo Buoncompagni, einer der größtenRcchtögelehrten seiner Zeit, welcher als Papst den Namen Gre.