Band 
Zehnter Band.
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der Kühnheit der Banditen. Schon am Tage seiner Krönungkonnten diejenige»/ welche zu den Festen im Vatican über dieEngelsbrücke sich begaben, vier junge Leute an den Zinnen derBurg hängen sehen, weil sie im Besitze kurzer Waffen ergriffenworden. Er ließ eine möglichst genaue Liste von allen Herum-treibern, Raufbolden, Abenteurern und Müssiggängcrn aufstellen,und setzte die Prcisauöschreiben auf die Köpfe von Räubernwieder in Kraft, indem er jedoch anordnete, nicht nur daß dieBelohnung nicht wie früher von der apostolischen Kammer, son-dern von der Familie oder von der Gemeinde deS Geächteten zubezahlen sei, sondern auch daß diese oder der Edelmann, aufdessen Grund und Boden das Verbrechen begangen worden, dieSchadloshaltung dafür zu tragen habe. Philipp II, in dessenGrenzgebieten die Verbrecher Unterkunft zu suchen pflegten, unter-stützte Liese Maßregeln, von denen die den AuSliefercrn eineslebenden oder todten Räubers zugesicherte Straflosigkeit insbe-sondere geeignet war, unter denjenigen, welche sich biö dahin sosehr gefürchtet gemacht hatten, Schrecken zu verbreiten. DerKopf dcS Priesters Guercino, der sich König der Campagnanannte, war mit 2000 Thalern bezahlt und gekrönt auf derEngelöbrücke aufgestellt. Ein Dell« Fara verhöhnte die Wachenan Porta Salara, griff sie mit Stockhieben an und übertrugihnen seine Empfehlung an den Papst. Dieser aber gebot, unterder Androhung, sie alle henken zu lassen, seinen Verwandten, ihnauszuliefern, und da er Ernst machte, mußten sie gehorchen. DerGraf Giov. Pepoli ward im Gefängniß erdrosselt, und sogarWeiber und Mütter von Banditen wurden, weil sie dieselben ver-borgen, hingerichtet. Ein TranStcveriner schien zu jung, um dieTodesstrafe zu erleiden. „Nun wohl", sagte Sixtus, „so setztihm einige meiner Jahre zu". Mit solcher ganz orientalischen,fast grausamen Rücksichtslosigkeit gelang ihm gleichwohl binneneinem Jahre die Herstellung der Ruhe und Ordnung. Freilichaber tauchte das Banditen-Unwcscn später wieder auf und istbekanntlich bis in die neueste Zeit eine Plage namentlich derGebirgsgegend zwischen Aguila und Terraeina geblieben.

Es ist daher sehr begreiflich, daß daS Andenken des fünftenSixtuS volkSthümlich geblieben, wie dies der Lohn großer Cha-rattere ist. Ebenso, daß ihm manche viel spätere Einrichtungenund Anordnungen zugeschrieben wurden. Ohne Erbarmen gegendie persönlichen Vergehen und gegen Verletzungen deö Gesetzes,