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Patrimonium St. Petri zog. ES konnte nicht mehr die Ober-Herrschaft in Italien anstreben, nachdem einmal die Fremden sichdaselbst festgesetzt hatten; aber daS Gebiet deö Kirchenstaats konnteauch nicht mehr an Nepoten enteignet werden und diente zumStützpunkte für den geistigen Einfluß. Der blühende und frucht-bare Kirchenstaat versorgte Venedig, Genua und Neapel. Soward im Jahr 1589 die Ausfuhr allein in Getreide auf 500,000römische Thaler geschätzt, ungerechnet den Flachs von Faenza,den Hanf von Perugia und Virerbo, welches auch Flachs er-zeugte, die Weine von Cesena, MontefiaScone und Orvieto, dasOcl von Rimini, das Manna von Sän Loren;», die Pastellfarbenvon Bologna, die Pferde von Campania, das Wild von Terra-cina, Fische, Salze, Marmor und andere Erzeugnisse, deren Ge-sandte und Reisende gedenken *). Ancona begann wieder mitGriechen und Türken Handel zu treiben, aus allen Ländernkamen daselbst Karawanen an und einzelne Handelshäuser mach.ten für eine halbe Million Dukaten Geschäfte in einem Jahre.Die Nomagnvlen bewahrten ihren alten Ruf der Tapferkeit; sielieferten die besten Soldaten, und unter Alberico da Barbianound dem Herzog von Urbino vollbrachten sie Thaten, einercdleren Sache werth.
Durch Beschränkung der munizipalen Freiheiten halte, gleichden übrigen italienischen Regierungen, auch die päpstliche sichbefestigt. Doch hatten die ihnen untergebenen Herren und Städcediese Freiheiten zum Theile behalten und machten sie nutzbar;manche verwalteten den Grund und Boden ihres Gebietes selbst,erhoben Steuern, hielten Soldaten, bezahlten Gehälter. Ju-liuS II unterwarf keine solche Gemeinde während des veneziani.schen Krieges, ohne ihr einen Vertrag vorzuschreiben. So bil-dete sich ein besonderer, libvrtrr« genannter Theil
des Völkerrechts. Zuweilen waren die Statthalter Weltliche,indessen betrachteten die Städte als eine Ehrensache, Geistlichezu solchen Vorständen zu haben. In jeder Stadcgemeinde gabes bevorrechtete Körperschaften, so die Adeligen, die Altbürger,die Municipalität; Provinzial-Versassungen jedoch waren inner,halb des päpstlichen Gebietes unbekannt. Der Kirchenstaat glichsohin dem venezianischen, wo die souveräne Gewalt sich gleichfalls
*) Vergleiche die Reise von Montaigne und die iiolusioni «rainbuxvla-ckori.