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Zehnter Band.
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daß aus Geldmangel PiuS II sich auf eine einzige Mahlzeitbeschränken und 200,000 Dukaten für den Zug gegen die Türkenleihen mußte. Die meisten Aemter wurden verkauft, aber dieErträgnisse zerflossen in den Händen der Käufer. Man zählteim Jahre 1471 bis zu 650 käufliche Stellen, deren Gesammtcin-kommen auf 100,000 Thaler geschätzt wurde *). Welche Hülfs-quellen blieben daher in Zeiten der Noth? Die Schaffung neuerAemter, die Ablässe und die Jubilcen, ein ganz eigenthümlichesFinanzmittel. Mit der Erfindung von neuen Titeln und Aemterntrieb Sixtuö IV einen großen Mißbrauch. Jnnoeenz VIII,der aus Geldnoth sogar die Tiara verpfänden mußte, setzte einneues Kollegium von 26 Sekretären für 60,000 Dukaten ein,Alexander VI ernannte 80 Schreiber von Breven, einen jedenfür 750 Thaler; Julius II fügte denselben 100 weitere fürdie Archive hinzu, zum gleichen Preise; und er erntete Lob dafür,daß er in jedem Nothfälle Geld zu finden wußte. Er that diesaber, indem er die Kirche verwaltete wie den Staat, nämlichdurch Verkaufen und Verpfänden der Pfründen. Leo X, wel-cher, abgesehen von seinen Kriegen, äußerst kirnst- und prunk-liebend war, stellte ungefähr 1269 neue Aemter zum Verkauf.Indeß, da diejenigen, welche sie erhielten, ein Kapital bezahlten,dessen Zinsen ihnen lebenslang als Gehalt zuflössen, so bestanddiese Operation weniger in einem Verkaufe, als daß sie vielmehrein Anleihen gegen Leibrenten war, welche oft bis acht Prozentvom Kapital einbrachten. Zur Deckung dieser Zinsenzahlungdiente theils eine kleine Vermehrung der Curialtaxen, theils derUcberschuß auS den Staalsmuniciptcn, den Alaunwerken, demSalzmonopol und der römischen Douane.

Wirklich gelangten die Finanzen auf diesem Wege in einenso blühenden Zustand, daß zu einer Erhöhung der Staatssteuernfortan sich kein Bedürfniß mehr ergab; übrigens hatte der Kir-chenstaat auch von allen Staaten daS geringste Ausgaben-Budgct,da er nicht, wie die andern, zur Unterhaltung großer Armeen,die überall daS Mark der Länder aufzehren, genöthigt war. So-bald aber die öffentlichen Kassen aufhörten, einen Ueberschuß zugeben, mußten die Finanzen wieder in Zerfall gerathen. Undso hinterließ, in Folge der Wirren der Reformation und durchdie stockende Ausfuhr des Geldes auS den fremden Ländern nach

*) Manuskript Chigt, angeführt bei Ranke. Päpste, IV. g 2.