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Rom, Leo X dieselben in einem so trostlosen Zustande, daßHadrian sich genöthigt sah, die Besteuerung der Fcuerstellenum einen halben Dukaten zu erhöhen, waS schwere Unzufrieden-heit erregte. Clemens VII ergriff den Ausweg einer einfachenAnleihe von 200,000 Dukaten zu 10 Prozent, übertragbar aufdie Erben und auf die Douancn einzutragen; allein die Kapita-listen erhoben den Anspruch, sich in die Verwaltung einzumischen.Die nachfolgenden Päpste vergrößerten diese Anleihe. Paul III.ergriff die neue Finanzmaßregel, daß er, indem er auf die Er-höhung dcS Salzpreises verzichtete, den „subsiäio" einführte,eine Art von direkter Abgabe, welche bereits unter verschiedenenNamen in andern südlichen Ländern bestand *), die er aber späterwieder aufzuheben versprach; so wurden, ohne irgend welcheExemption, 300,000 Thaler auf die Provinzen vertheilt. Die Städteerhoben lebhaften Widerspruch; Bologna befreite sich davon durchbaare Bezahlung einer Summe; anderen Städten mußte einTheil oder auch daS Ganze erlassen werden; und schwerlichdürfte die Hälfte des Nominalbetrags dieser Abgabe in denStaatsschatz geflossen sein. Jedenfalls indessen beliefen sich dieStaatseinkünfte, welche unter Julius II 350,000, unter Leo X420,000, unter Clemens VII. 500,000 Thaler betrugen, beimTode Paul's III auf 706,423 Thaler.
In den folgenden Zeiten bedurfte es dessen ungeachtet neuerFinanzoperationen; es wurden Mehl, Fleisch und andere Gegen-stände besteuert, die Erträgnisse stets den StaatSgläubigern ver-pachtet. Gregorio Leti zufolge betrug das päpstliche Ein-kommen für gewöhnlich 1,270,000 Geldthaler, wozu noch 414,000für Bußen und Kanzleigebührcn kamen. SixtuS V erhöhtedieses Einkommen durch neue Besteuerungen, insbesondere derJuden, die vor ihm für den von der Regierung gewährten Schutznichts zu bezahlen hatten, durch Eintreibung alter Schulden,durch Erhöhung der Bußgelder. Allerdings hatte er auch dieKatholiken theils gegen die Protestanten, theils gegen die Türkenzu unterstützen, denn die Päpste ließen eS nicht blos bei Wortenbewenden, sondern gaben daS Beispiel hinsichtlich der Opferwil-ligkeit. Die neuen Lasten wurden von neuen Verkäufen undVeräußerungen begleitet, so daß die Lage der apostolischen Kam.
*1 Zn Neapel als „freiwillige Gabe", zu Mailand als „Monatsgabe", inSpanien als „Dienst".