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DaS alte Kapital ward durch das neue verdunkelt; es entstandendie neuen Basiliken und die Prachtbauten Michelang elo'S.Da indeß die Hügel sich nicht bevölkern konnten, so lange es anWasser fehlte, führte Sixtus V eine der alten Imperatorenwürdige Wasserleitung aus. Er eröffnete ferner neue Straßenund verband die Höhe von Trinita dei Monti mit dem spanischenPlatze durch die große Treppenflucht. Indeß besaß er nur eingeringes Verständniß des klassisch Schönen und des heidnischenKunstgeistes und so zerstörte oder verunstaltete er manches in bar.barischer Weise. Er ließ den altehrwürdigen päpstlichen Palastmir seinen eigenthümlichen Formen abtragen, um ihn durch dencharakterlosen Laterancnsischen Palast zu ersetzen. Nur sehr un.gern duldete er den Laokoon und Apollo im Vatikan, und derMinerva auf dem Kapital wurde statt ihrer Lanze ein Kreuz ge.geben. Er wollte im Kolosseum, dessen Steine das Material zuverschiedenen Bauten hergeben mußten, eine Tuchfabrik anlegen,eine Absicht, an deren Ausführung ihn nur der Tod hinderte.Um die Trojanische und Antoninische Säule ihres profanenCharakters zu entkleiden, ließ er auf ihre Spitzen die Bildsäulender Apostel Petrus und Paulus ausstellen, gleichsam als Wächterüber die heilige Stadt. Er ließ den egyptischcn Obelisk imVatikan aufstellen und in denselben eine Partikel vom heiligenKreuze einlegen, auf daß die Denkmäler der Gottlosigkeit demGlaubenszeichen sich unterwerfen sollten eben an der Stelle, woso Viele für den Glauben gelitten. Die andern drei Obeliskenwurden damals errichtet, die Kuppel von St. Peter gewölbt, diebeiden Kolosse, welche die Namen Phidias und Praxiteles trugen,vor dem Quirinal aufgestellt. Sixtus V vermehrte auch dieVatikanische Bibliothek, vervollständigte die griechische und orien.talische Druckerei und erbaute das große Spittel an der Tiberfür 2000 Arme.
Die Bevölkerung, welche sich unter Paul !V kaum auf45,000 Köpfe belaufen hatte, erreichte unter ihm 100,000 Perso.nen, Leute aus allen Nationen, deren mannigfaltige Tracht eineigenthümliches Schauspiel gewährte und die zumeist den ver-schicdenen Kardinälen den Hof machten, in der Hoffnung, ihrenBeschützer auf den Thron gelangen zu sehen. Die Günstlingeund Verwandten jedes Papstes bildeten sodann einen neuen, einenGlücksadel. Wenn ehedem der Adel sich um die beiden HäuserColonna und Orsini gruppirtc, die Häupter der beiden Haupr.