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Zehnter Band.
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gelassen, wenn sie die Approbation der Lokalbehörde erhaltenhatten; in Savoyen verfügte man über dem Papste vorbehalteneBenesizien; zu Genua wurden die von den Jesuiten berufenenVersammlungen untersagt als Anlässe zu Wahlumtrieben; Venedigstellte mehrere angeklagte Priester vor die gewöhnlichen Gerichte.Paul V erließ Ermahnungen und schleuderte den Bann, mäßigteaber die strafenden Maßregel», als er auf unerwarteten Wider,stand stieß. Die Kunst begünstigte dieser Papst in ganz besondererWeise, und der schwerste Vorwurf, der ihn trifft, ist ein weilgetriebener Nepotismus.

Gregor XV. 1621.

Seine Partei gab ihm Gregor XV (A. Ludovisi) zumNachfolger, welcher in seiner körperlichen Hinfälligkeit und gct.stigen Unfähigkeit, nur mit der Religion und der Wissenschaftsich beschäftigend, die Zügel seinem Neffen Lodovico Ludovisiüberließ. Derselbe liebte das Geld, die Vergnügungen, den Luxus,war aber auch ein höchst einsichtiger und gewandter Staatsmann,der in den Stürmen der Zeit eS meisterlich verstand, dem Windeund den Wellen nicht zu trotzen, doch ihnen auszuweichen. Unterdiesem Pontifikaie wurden JgnariuS v. Loyola und FranzLavier heilig gesprochen, und gab der große KanzclrednerGirolamo da Narni den Anstoß zur Gründung der Congre.gation äe VropnSNmin Kilo, zu welcher Lodovico aus seinemeigenen Vermögen beisteuerte. WaS insbesondere dieses kurzePontistkat merkwürdig macht, ist die Bulle, durch welche denMißbräuchcn des Lonclave gesteuert werden sollte. Man kanntedrei Arten von Wahlen: durch Scrutinium, welches eine Zwei-drittelmehrheit der anwesenden Kardinäle verlangte; durch Ueber-einkunst, wo die Kardinäle einem unter ihnen die Wahl über.ließen; durch Eingebung, wo der nämliche Name einstimmig ausgöttlicher Eingebung verkündet wurde. Aber nur zu häufig übtenBestechung und Intriguen auf die Wahl überwiegenden Einstuß,und die großen katholischen Mächte suchten bestimmend auf dieConclaven einzuwirken, wodurch die ScdiSvakanzen sich verlänger-ten, die Blüthezeit für jegliche Unordnung. Später bildete sichder Gebrauch, daß die von, verstorbenen Papste ernannten Kar-binäre sich um dessen Nepocen sammelten, um einen Kandidatenaus ihrer Mitte aufzustellen; eS gelang ihnen dies zwar fast nie-mals, so baß sie Opponenten deS neuen Papstes wurden,