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allein bei der nächstfolgende» Wahl drangen sie gewöhnlichdurch.
Urbar, Vlll. 1623.
Matteo de Barberini, aus einer florentinischen, zuAncona durch Handelsgeschäfte reich gewordenen Familie, bestiegals Urban VIII den päpstlichen Stuhl. Wenn Clemens VIIIvorzugsweise den heiligen Bernhard, Paul V die Werke desVenetianerS Justiniani las, so liebte Urban VIII seinerseitsdie neueren Dichter; er selber dichtete, und berief nach RomLeone Allacei, Lukas Halsten (Holstenius), den SyrerAbraham EchellensiS, die berühmtesten italienischen Ge.lehrten. Er untersagte den Geistlichen jeden Handel, jede welk.liche Beschäftigung, und gab das verbesserte Brevier heraus,dessen Hymnen er selbst rceenstrt hatte. Zu einer Zeit, wo dieTitel eine Wichtigkeit gewonnen, welche die Dinge verloren hat.ten, verlieh er den Kardinälen, welche vor ihm sehr ehrwürdigeHerren hießen, den Titel Eminenz. Sich auch als weltlicherFürst fühlend, wollte er Festungen anlegen, und als man ihmdie von seinen Vorgängern errichteten Denkmäler in Marmorzeigte, bemerkte er: „Ich werde eiserne hinterlassen". Mit derUrbanischen Feste deckte er die Bologncsische Grenze, befestigteRom, ummauerte den Palast von Monte Cavallo, legte zu TivoliWaffenfabriken und ein Arsenal an, welche Anlagen er unterden Schutz einer Besatzung stellte; Cioitavecchia machte er zueinem Freihafen, so daß sogar die Barbarcsken die an den Chri.sten gemachte Beute hier auf den Markt brachten. Bei der Pracht«reichen Umgebung, die er sich geschaffen, als gefeierter Dichter,überaus kräftigen Körpers, besaß er ein hochgesteigcrteö Selbst,bewußtsein, daS keinem Willen neben dem seinigen Spielraumgestattete. „Ich verstehe die Geschäfte besser, als alle Kardinälezusammengenommen", pflegte er zu sagen; und als eine ihm ge.machte Einwendung auf die alten päpstlichen Konstitutionen be-gründet ward, erwiderte er: „Die Entscheidung eines lebendigenPapstes gilt mehr als die von hundert todten Päpsten." Wollteman, daß er eine Idee annehme, so mußte man ihm die entgegen,gesetzte vorschlagen. Fn ganz Europa ward er als Schiedsrichterangerufen — eine erhabene Stellung, wenn er sie würdig aus-gefüllt hätte. Allein er schwatzte mit den Gesandten und ergingsich in Schönrednerei, so daß man mit ihm niemals zu einem