218
Ende kam. Nicht Ucberlegung, die Laune gab seine Entscher.düngen ein.
In diese Zeit sollen diesErwerbungen von Ferrara und Nr-bino. Ferrara war unter Alsonso II, dem letzten Este (1559bis 1597), keineswegs glücklich gewesen. Der Hof war allerdingsäußerlich ein glänzender, und die Gunst, die er den Gelehrtenund Schöngeistern gewährte, machte ihn gewissermaßen an derenRuhm theilhaftig. Doch aber war diese Gunst Alfonso's fürDichter und Künstler im Grunde eine hochmüthige und unduld.same. Als Tasso die Neigung verrieth, der dringenden Ein.ladung der Medici nach Florenz zu folgen, da entzog er ihmGunst und Freiheit. Ohne männliche Nachkommenschaft, erlangteAlsonso, trotz deS StatUtS PiuS' V, welches die an den hei-ligen Stuhl zurückfallenden Staaten zu belehnen untersagte, vomKaiser das Recht, seinen Neffen Cesare zum Erben einzusetzen(1597). Allein Clemens VIII machte jenes Statut mit geist.llchen und weltlichen Waffen geltend. Cesare mußte aus Fer.rara und Comacchio verzichten, und beschränkte sich auf denBesitz von Modena, wo er Stammvater der bis 1603 bestehendenherzoglichen Linie ward. — Das Herzoglhum Urbino, mit seinemsehr fruchtbaren Küstengebiet, umfaßte 7 Städte und über 300Flecken; seine Fürsten zeichneten sich in fremdem Solde aus und,prachlliebend, gebildet, brachten sie dem Lande mehr ein, alö sieihm kosteten. Francesco Maria (1574) lebte lange amHofe Philipp'ö 11 und wurde genöthigt, sich mit Lucreziad'Este zu vermählen, der kriegerische junge Mann von 25, mitder geistreichen und galanten Frau von 40 Jahren; die Ehekonnte nur eine unglückliche sein und zu einer Trennung führen.Nach dem Tode der Lucrezia erzielte der Herzog in zweiterEhe einen Sohn, dem er dann die Regierung abtrat; derselbeverbrauchte jedoch in wilden Ausschweifungen rasch seine Jugend,kraft und bald ereilte ihn der Tod. Franceöco Maria mußtenun entgegen seiner Neigung die Regierung seiner Lande wiederübernehmen, um welche sich bereits der Papst, alS Lehensherr,und der Kaiser stritten, der andere Rechte darauf geltend machte.Kaum har er die Augen geschloffen (1631), alS seine Allodial-guter an Florenz fallen, das Herzoglhum von Urban VIII inBeschlag genommen wird, obgleich dessen Neffen, die Barberini,denen er sonst nur zu sehr nachgiebt, dies Heimgefallene Lehenfür sich wünschen. Ihr Ehrgeiz hätte auch Urban bald in einen