Band 
Zehnter Band.
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Landessprache redete, während sie jenen als einen Deutschen brtrach.teten. Der eigentliche Grund war aber seine katholische Erziehung.Der Reichörag entschied sich jedoch dafür, ein Interregnum ein.treten zu lassen, von welchem Lübeck Vortheil zu ziehen gedachte.

Grasenfehde.

In dieser Hansestadt war eine neue protestantisch demokratischePartei anS Ruder gelangt, welche, während daS alle Patriziakauf den Handel sich beschränkte, an Eroberungen dachte undsich zum Gebieter des skandinavischen Nordens und deS baltischenMeeres auswerfen wollte. Der Bürgermeister Jürgen Wullcn-weder ging als Mischer Gesandter nach Kopenhagen, um dieStimmung im RcichSrath zu erforschen, und Max Meier,Mischer Hauptmann, ehemals Hufschmied, betrieb inzwischen dieVorbereitungen zum Kampfe. Und da der gefangene Christian IInicht auf den Vertrag einging, auf Grund dessen die Lübeckerihm seine Wiedererhcbung auf den Thron versprachen, wolltensie Heinrich VIII von England Dänemark, Schweden demSvante Sture, dem Sohne des Verwesers, geben. Vielleichtwollten die Lübecker auch nur die Engländer zur Hülfeleistungbewegen; sie stellten mit ihrem Gelde ein Heer auf, dessen Füh-rung sie dem Grafen Christoph v. Oldenburg übergaben,einem Herrn, der nichts alS sein tapferes Schwert besaß undden Homer in der Ursprache lesen konnte. Er legte Theilnahmefür die niederen Klassen und für die Katholiken an den Tag;im Grunde suchte er für sich selbst zu wirken, während die Lü-becker ihn alS blindes Werkzeug ihrer geheimen Pläne nahmen,und Christian II sich einbildete, daß es ihnen Ernst mit seinerWiederherstellung sei. So herrschte Trug auf allen Seiten;und der wirkliche Streit fand zwischen Adel und Volk, zwischenProtestanten und Katholiken, zwischen den deutschen und denniederländischen Handelsleuten um die Ausschließung vom Sundstatt.

Da nun die Dänen sehr in die Enge getrieben und von denSchrecken eines mörderischen Kricgcö umgeben waren, vereinig,ten sie sich dahin, Christian III zu wählen (1554), welcherbald dem KriegSgeschick eine andere Wendung gab und mir denLübeckern einen vortheilhaften Frieden schloß. Auf dem Thronebefestigt, bediente er sich der weltlichen Rcichsräthe, um die bi.schöfliche Gewalt an sich zu ziehen. Die Kapitel, Universitäten,