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die Gewissen zu leiten. Er beschränkte darum die Religionsfrei.heit nicht. So wurden die Protestanten in Polen immer zahl-reicher/ trotz Kteruö und Jesuiten faßte der Soeianismus festenFuß. Konstantin Ostrowski, der polnische Nationalheld,war eifrig bemüht, unter den russischen Unterthanen der polni.schen Krone einige religiöse Bildung zu verbreiten. Possevinveranlaßte den König, Maßregeln zuzulassen, welche daselbst diekatholische Kirche befestigen sollten; aber da einige Missionäreauö der Gesellschaft Jesu sich in Riga niederließen, führte dieseinen Aufstand herbei, auS dem eine Empörung erwuchs. Beider Nachricht raffte den König ein Schlaganfall hinweg (1586).
Die Ungewißheit der Nachfolge steigerte die innern undäußeren Wirnisse. Der Adel stellte seine Ansprüche in den Vor.dergrund, die Parteien tauchten wieder auf, bereit, sich auf die-jenige Seite zu werfen, die ihren Beistand erkaufte; endlich er.griffen sie die Waffen wider einander, hier für Maximilianvon Oesterreich, dort für Sigiömund, den schwedischen Prin.zen. Der Erzherzog drang mit einem Heere in Polen ein, aberdaS KriegSglück entschied gegen ihn, trotz der spanischen Dublo.nen und der Tapferkeit der Ungarn.
SigiSmund III.
Sigiömund m ward gekrönt (1587), besiegte abermalsden Erzherzog, machte ihn zum Gefangenen und nöthigte ihn dannim Frieden allen Ansprüchen zu entsagen.
DaS widersinnige Wahlsystem vernichtete allmälig daS Ge.fühl der Nationalität, indem es daS Land den Fremden dahin,gab, und eröffnete dem Ehrgeiz und der Bestechung ein ergiebigesFeld; zudem erhob sich immer drohender die Gefahr, daß bei derEntfesselung der Parteien ein mächtiger Nachbar des Landes sichbemächtige. Diese Erwägungen legte auch Sigiömund demAdel vor, der die Richtigkeit derselben anerkannte, jedoch nichtsthun wollte, um die Verhältnisse zu ändern. Ihre Hoffnung war,er werde lange Henug leben, auf daß der Skandal der stürmischenZwischenregierungen sich nicht wiederholen möge. Er regiertein der That fünfundvierzig Jahre lang, aber wie? Bereits hattesein Vater die ihm auferlegten Bedingungen als die Quelle un.vermeidlicher Zerwürfnisse erkannt und ihm die Annahme derKrone widerrathen. Er verlor auch rasch die Zuneigung seinesVolkes, da er dessen Sitten und Gebräuchen sich nicht zu rügen