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Kühnheit und Adel"; — Malherbe geißelte sie alle zusammen/und mit nüchternem Verstände empörte er sich sogar gegen ihreVorbilder. Obgleich er so gut wie die Plejade Griechen undRömer schätzte, den Horaz sein Brevier nannte, und die Jta-Neuer, besonders in seinen „Thränen des heiligen Petrus", nach-ahmte, so nahm er doch von Allen nur den Geist der Besten an,nicht ihr veraltetes Aeußerliche. Besser als seine Gegner denCharakter seiner Sprache begreifend, verbannte er sowohl pe-dantische alS triviale Ausdrucksweisen, und bediente sich trotzseiner Abkunft aus der Normandie der reinsten Pariser Mund-art. Wohl spotteten seine Zeitgenossen über diesen „Wörter- undSilben-Tyranncu" , der wie von Staatsangelegenheiten über denUnterschied der Verneinungen „Ms" und „point", über die ge-nerelle Bedeutung der Wörter „erraur" und „staute" diskutirte,und noch während und trotz der Mahnungen seines BeichtvatersbiS zum letzten Athemzuge die Sprachfehler seiner Krankenwär-terin rügte. Aber mit derselben feinen Aufmerksamkeit harte erbegriffen, daß rechte Wahl der Worte und Gedanken erste Grund-bedingung aller wahren Beredsamkeit sei. So schuf er zuerst inFrankreich den edlen Styl, fand aus genialem Instinkt die seit-dem unverändert gebliebenen Regeln französischer Verskunst undgilt den Franzosen noch heute als ein Muster des PcriodenbauSund der dichterischen Harmonie. Wer ihn feilich aufBoil eausWort hin*) als einen Dichter lesen wollte, der fände sich ent*täuscht, da ihm denn doch die Grazie dcö Gedankens und desAusdrucks, die er von Andern fordert, selbst gebricht. Ueber,trieben im Lobe, zeigt er sich oft prosaisch; dennoch aber bleibter, wenn auch nicht völlig gut, noch immer besser als seine Vor.gänger. Uebrigcns ist es sogar zu bedauern, daß eine berechnendeKritik so frühe schon die naiven Eingebungen der französischenMuse zu regeln begann und sie voreilig vor jedem Fehltritt warnte,denn auf diese Weise nahm man ihr alle Ursprünglichkeit derIdeen und jede Eigenthümlichkeit des Ausdrucks, damit sie nurdas karge Lob verdiene, in welchem sie Menage als „weiseund bescheiden" bezeichnete.
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(„Malherbe erschien zuletzt, der erste der in FrankreichDem Werft rechten Fall und Wohllaut gab, gesangleich.")