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Die Satiriker.
So war denn die Originalität zu den Satyrikcrn geflüchtet,deren kaustischer Humor nur allzureiche Stoffe fand. Die größteKraft darin besaßen nun die sieben Verfasser jener »menippischcnSatyre" (1593), einem Gemisch von Prosa und Versen, zurVerspottung der Lige in einem Styl voll Lebhaftigkeit undBewegung geschrieben, der die größte Frische zeigt, weil er einvolkSthümlicher ist. Die Idee zu dieser Schrift gab PierreLeroy, Kanonikus von Reuen; Jean Passcrat und Anderehalfen am Kolorit der Zeichnung, die zum Triumphe Hein-richS IV fast ebenso viel beitrug, alö sein Waffenruhm.
Auch Maturin Reignier (1573—1613) aus Chartres,der, in einer Schenke erzogen, auf einer Reise nach Rom nurLächerlichkeiten sah, war ein robuster und dreister Satiriker,dem Boileau an frechem Schwung eben so überlegen, alS erihm an Bildung weichen muß; mit Ausnahme des Rabelaisder erste Poet von wirklichem Genie in Frankreich. Man kannsagen, daß er seinen Landöleuten erst eine regelrechte Satyregab, nichl von den Lateinern hergeleitet, sondern von den Trou-vereS der Rormandte, vom eigenen Volk und von den Burlesken-Dichtern Italiens, so daß selbst Boileau, der Verächter derAlten, von ihm sagt: »Reignier ist, nach Aller Ansicht, derfranzösische Dichter, welcher vor Mokiere am Besten die Sittenund Charaktere der Menschen kannte."*)
D'Aubigrw. 1550—1630.
Der Iuvenal seines Jahrhunderts aber war der hugenottischeKriegSmann Theodor Agrippa d^Aubigne, der cynischeVerbannte, der, von politischem Haß entflammt, so unbarm-herzig.hcroisch die Dante. Geißel seines durch Neuheit roh er-scheinenden StyleS schwingt, daß seine Schriften unter Lud-wig XIII von Henkeröhand verbrannt wurden.
Der komische Sitten-Roman. Rabelais. 1483—1655.
Den immer noch zügellosen Novellen und frivolen Romanengab endlich FranyotS Rabelais aus Chinon in der Touratneneue Richtung. Erzogen in der Apotheke seines Vaters, wo er
*) ketleotion sur l,on§i» V.
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