Band 
Zehnter Band.
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Navagero, die Liebe zu den italienischen Schriftstellern undwar bemüht, im Anschluß an Petrarca der natürlichen Kraftseiner vaterländischen Literatur das Element der Anmuth undSchönheit beizugeben. Ihm folgte Garcilasso de la VegaauS Toledo (1503—36), der sich an Virgil, Petrarca und Sannazarbildete, und, nach dem Vorgänge dieses Letzter», das Schöne unddas Landleben zum Gegenstände seiner dichterischen Bestrebungenmachte; er besang Hirtenfrcude und Liebesleid. Er erreicht oftdie Süßigkeit seiner Vorbilder, zumal wo er sich dem melancho.lischen Gefühl überläßt, welches die Sehnsucht nach dem fernenVaterland- hervorruft. Sein Leben ist von, Getöse der Waffenumrauscht: nachdem er die Türken in Oesterreich und die Bar.barcsken in Tunis bekämpft hatte, fand er in der Provence beieiner Belagerung seinen Tod. Diese beiden Dichter fügten derRedondilla und dem Vers der iimzor, den einzigen über-kommenen Formen der Nationalpocsie, den italischen Hende.easyllabuS, ebenso daS Sonett, die Canzone, Oktave und denCapitolo*) hinzu.

Mendoza. 1503—1575.

Krieger und Politiker zugleich war Don Diego Hurtadodi Mendoza, dessen Vater, der große Graf von Tendilla zu-benannt, von Ferdinand dem Katholischen gleich nach derEinnahme Granada'S mit der Verwaltung dieser Stadt beauf-tragt worden war, b. h. mit der Aufgabe, einer widerwilligenNation das Joch annehmbar zu machen. Dies war eine bewegteErziehungSstätke für Hurtado, der in der Folge, in den orten,talischen Sprachen und in der Philosophie bewandert, Gesandterzu Venedig, Mitglied deö Konzils von Trienr war und ähnlichehervorragende Stellungen einnahm. „Welch elendes Geschöpfist doch ein Gesandter!" war lein Auöruf, wenn er sich in derRolle eines Betrügers oder Betrogenen erblickte. In Italienhalf er mit bei der Unterdrückung der letzten Reste von Unab-hängigkcit, zog zu diesem Behuf mit Cosmo de Medicigegen Stena zu Felde, suchte alle edle selbstftändige Regung derGeister durch Treulosigkeit und Prozeduren zu ersticken, bis sichzuletzt Karl V durch die allgemeine Erbitterung gegen ihn zu

') Ein Gedicht scherzhaften oder satyrischen Inhalts, welches aus Terzmenbesteht. D. B.