Band 
Zehnter Band.
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seiner Rückberufung bewogen sah. Er gehörte zu den eifrigstenGönnern der Wissenschaften; er entdeckte und sammelte allerortsgriechische Handschriften oder Denkmäler der Kunst, schickte zudiesem Zwecke Reisende in den Orient und unterhandelte mit So.liman um Wegräumung der etwaigen Hindernisse. Währendder in Folge seiner Gewaltthätigkeiten erfolgten Gefangenschaftin Rom und während seines Exilö zu Granada schrieb er dieGeschichte der Maurenerhebung in den Alpuxarren, neue Thateniu alter Form. Er affektirt, sich eng an Sallust und TacituSanschließend, Archaismus und bringt oft der Erhabenheit dieNatürlichkeit zum Opfer; auch nimmt er nicht genügend Rück-ficht auf Menschenkenntniß und Politik, waS auch Sismondivon ihm sagen möge; als einziges Streben gilt ihm Kunst undStyl. Der Anmuth seiner Gedichte wegen ist er den beidenvorhergehenden zur Seite zu stellen; aber er überragt ste weitdurch die Erhabenheit seines Stoffes und durch den Anhauchstiller Wünsche und häuslicher Tugenden, der in ihnen weht undden man am wenigsten bei dem Unterdrücker Siena's und demNachsteller römischer Frauentugend suchen sollte.

In seiner Jugend hatte er Lazarilla da Tormes geschric.ben, die erste jener Erzählungen von Schalkheiten, jener Sehet-menromane, welchen die Spanier so viel Geschmack abgewonnenhaben. Der Held des Werkes ist ein Gauner, den niedrigstenLeidenschaften fröhnend, welcher in der Eigenschaft eines Be-dienten sich In verschiedenen Häusern Zutritt verschafft und da-her Gelegenheit nimmt, die hochmüthige Kargheit, das glänzendeElend und die aufgeblasene Nichtsthuerei zu geißeln, die dieCastilianer vor dem Versuche zur Eroberung Europa's undAmerika's kennzeichnete. Versteht er den Dienst bei einem Geist,lichen, so kann er kaum leben von dem Brode, was er ihm ab-lugst, weilS ihm die Mäuse aufknuppern; bei einem edlen Sol-daten, so geht er mit großartigem Aufzug zur Kirche und zurPromenade, aber die Stunde zur Tafel kommt nie; er ist sogargezwungen, seinen Hunger mit einem geliehenen Stück Brodzu beschwichtigen. Eine Bäckerin, Schuhmacherfrau, Näherin,das Weib eines Maurers, eine Putzmacherin, Höckerin und Li-monadenverkäuferin nehmen ihn alle zusammen zum Bedientenan, um auf ihren Kirchgängen hinter ihnen her zu trollen undgeben ihm kaum alle zusammen so viel, daß er sein Leben fristet.Der Dichter bedient fich dieser Züge, um die Aristokratie der