Band 
Zehnter Band.
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ahmte die Erscheinungen der Wolken, des Donners und Blitzes,Gefechte und Schlachten nach; aber Nichts war zur Vollendunggebracht, die wir heute sehen, bis (um für einen Augenblickdie Bescheidenheit bei Seite zu setzen) auf dem Madrider Theaterdie „Gefangenen von Algier", welches Stück ich verfaßte, „Nil,manlia" und die „Seeschlacht" vorgestellt wurden. Ich brachtezuerst die Gebilde der Einbildungskraft und die verborgenenGedanken der Seele auf die Bühne, indem ich mit allgemeinemBeifall moralische Figuren vorführte. Demnach verfaßte ichzwanzig oder dreißig Comödien, deren aller Vorstellung keineStörung von Seite der Zuschauer durch Werfen mit Kohlstrünkenoder Gurkenschalen, oder andere derartige für schlechte Dichterübliche Beifallsbezeugungen zu erdulden hatte; und sie gingenbis zum Ende ohne Zischen, Lärmen und Ausgelassenheit.

„Da andere Dinge meine Beschäftigung in Anspruch nahmen,ließ ich das Schreiben und die Schauspiele bei Seite, und indieser Zwischenzeit trat jenes Naturwunder, Lope de Vega,auf, der sich zum Beherrscher der Bühne erhob; er erfüllte dieWelt mit Schauspielen von guter Anlage und Durchführung undin so großer Menge, daß tausend Bogen sie nicht fassen; undmerkwürdiger Weise sah ich alle aufführen oder bin wenigstensihrer Aufführung sicher. Wollte man auch Alle, die seinen Ruhmtheilen wollten, aufzählen, so haben sie nicht alle zusammen halbso viel wie er geschrieben. Indessen dieweil Gott nicht AllenAlles verleiht, entzieht man die Anerkennung nicht den WerkendeS Doktor Ramon, der nächst dem großen Lope wackerste Ar.beiter; ferner gefallen die geistreichen Ränkespiele des LicentiatenMiguel Sanchez, der Ernst des Doktor M i r a de Meöcua,der unser Volk so sehr ehrt, die Klugheit und wunderbare Er-stndung des CanonicuS Tar ra ga, die Anmuth des Don G uillende Castro, die Feinheit deS Aguilar, der Ungestüm, diestolze Pracht und die Großheit LuiS Velez de Guevara,die Feinheit deS Antonio de Galarza, der in der Volks,mundart schrieb, die Liebeöschelmercicn des Gaspar d'Avila,welche alle nebst einigen Andern dem großen Lope in der B«.gründung deS Theaters beistanden."

Zur selben Zeit also, wo wir in Italien die größten, vonden Fürsten unterstützten Dichter Kunst und Pracht auf demTheater entwickeln sehen, waren die spanischen in den Händengewissermaßen von Bänkelsängern. Aber von seinem volköthüm-