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Bühne, einem Heroen der modernen Dichtung, Pedro Calde.ron de la Barca, den unser Göthe „dasjenige Genie,waS zugleich den meisten Verstand halte " nennt *). Auch er er,blickte in Madrid das Licht der Welt. wie sein großer VorgängerLope, mit dem er hinsichtlich der Abstammung auch daö gemeinhat, daß sein Geschlecht, wie Lope's Vorfahren, aus dem näm.lichen kleinen Thale Carriedo entsprossen war. Nachdem er seineErziehung bei den Jesuiten genossen und die Universität Sala-manca, aus welcher er außer scholastischer Theologie und Welt-weisheit auch bürgerliches und geistliches Recht studirte, verlas,sen hatte, nahm er 1620 und 1622 an einem dichterischen Wett-kampfe Theil, wurde jedesmal von Lope dc Vega öffentlich be.lobt und gewann beim zweiten Male nebst jenem und Zarateeinen Preis. Die bei dieser Gelegenheit von ihm dargebrachten 6 oder8 Gedichte sind schätzenswerth, nicht nur als seine ältesten erhal-tenen Produkte, sondern auch als die einzigen Proben seinerLyrik. Nachdem er sodann im Heere gedient, wurde er 1636 beiHofe angestellt, um Schauspiele zu dichten und ward der Günst-ling Philipps IV. Im Jahre 1651 folgte er dem BeispieleLope de Vega'S und anderer Gelehrten seiner Zeit durch denEintritt in eine fromme Brüderschaft, ward 1663 Ehrenkaplandes Königs und Priester in der Kongregation deS heiligen Petrus,als deren Haupt er 1681 im Besitze eines großen Vermögens,welches er ihr schenkte, und im Genusse allgemeiner Achtung undBewunderung starb. Die Trauer über seinen Tod, als gleichsameinen Unglücksfall der ganzen Nation, war so groß, daß selbstin Valencia, Neapel, Lissabon, Rom und Mailand sein Hinschet-den von seinen Landsleuten begangen wurde.
Calde ron besitzt eine unerschöpfliche Erfindungsgabe undeine außerordentliche Gluth der Einbildungskraft; er ist gleichgeschickt in der Zeichnung großartiger Charaktere, wie in dergenauesten Schilderung von Kleinigkeiten, und in der glänzendenAusmalung von Gefühlen ebenso erhaben wie pathetisch. SeineVerse bezaubern allenthalben durch ihre köstliche Melodie, er er-geht sich an allen Orten in dem reichen Wechsel der Versmaße,welche die spanische und italienische Dichtung ihm darbot, undzeigt eine Herrschaft über seine Sprache, die außerordentlich ist,
) Bergt. Eckermanns Gespräche mit Göthe (Leipzig 1837).
D. B.