Band 
Zehnter Band.
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Erde". Es ist die Vaterlandsliebe, die sich Luft macht in denKlagen über die Zwietracht (e. VII), welche Europa zerfleischt,besonders aber über die religiöse Meinungsverschiedenheit, ausderen Boden die Macht der Türken anwächst und Europa einJoch droht, das die Bewohner der iberischen Halbinsel so Helden,müthig abgeschüttelt.

Doch zuweilen bricht auch die Klage eigenen Mißgeschickshervor und er ruft die Nymphen deS Tajo und Mondego zurHülfe auf beim Besingen der gewaltigen Unternehmungen, indemer sich erinnert, wie daS Schicksal ihn zu fernen Gestaden zogund immer neuem Unglück, in der einen Hand die Feder, inder andern das Schwert, im Kampfe mit der Dürftigkeit, per.stoßen von dem Tische der Gastfreundschaft, verrathen von seinenHoffnungen, schlecht belohnt von denen, die er hob. »Wer wirdnoch fürder zur Arbeit sich anschicken? Nicht bin ich müde desGesanges, doch verdrießt es, für ein taubes und hartherziges Ge.schlecht gesungen zu haben".

Was die Form betrifft, so war er unter den Neuern, etwaMit Ausnahme Trissino'S (in seiner Italia liberal») derErste, der sich nach dem Vorbilde der Alten an einer regelmäßigenEpopöe versuchte unter Fcsthaltung der Einheit und deS leitendenGedankens, wobei die Ausschmückung der Einzelheiten nicht dievolle Größe deS ursprünglichen Planes außer Augen läßt. Ergewann aus den alten Claffikern eine Mythologie, welche mitden modernen Unternehmungen übel in Einklang steht und dieein um so größerer Mißgriff wird, wenn er Jupiter, Venusund Baechus in Gegensatz bringt zu Jesus und der Jungfrau;dann hebt er zuweilen selbst die Illusion auf durch die Mitthei.lung, daß Alles Allegorie ist. An andern Stellen überläßt ersich kühner dem Schwünge seiner Einbildungskraft, wie da, woer bei der Umschiffung des CapS von den Blicken der unver-zagtenSchiffer das Unheil kündende Traumbild AdamastorS er.stehen läßt*). Er nahm die.Oktave des Artofto an und diegroßartigen Erzählungen durchzieht ein Hauch von Weichheit undphantastischer Wehmuch, der an Tasso erinnert; mit der vollenSchöpferkraft vcrbrndet er tiefes Gefühl, Wohllaut der Sprache

*) Es läßt sich nicht läugnen, daß die Beschreibung desselben zu weit aus-gedehnt ist; der Schatten Banco'S bei Shakspeare ist von ganz andererWirkung.