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Jeronimo Osorio (1506—80)/ ein Bischof/ Erwähnungfinde« / der mit einer auf der iberischen Halbinsel seltenen reli.giösen Toleranz über den König Emanuel schrieb.
Mit dem Untergänge der Sclbftständigkeit Portugals sankauch seine Literatur. Denn obgleich man nicht nachließ zuschreiben und hauptsächlich Verse zu verfassen, so gelang es dochNiemanden, sich dauerhaften Ruhm zu gründen, ja die Fehlerder nationalen Classiker wurden nur auf die Spitze getrieben.So förderte Manuel di Faria y Souza eine unendlicheAnzahl Gedichte, prosaische und kritische Werke zu Tage, wieunter andern die „Geschichte des portugiesischen Europa'S" unddie „Quelle Aganippa", welche einen pedantischen Commentarzu CamoenS bildet. Dabei rühmt er sich, jeden Tag seinesLebens zwölf Blätter geschrieben zu haben. Der größte Theilseiner geistigen Hinterlassenschaft ist in kastilischer Sprache vcr.faßt, aber in dem Gongoranischen Style, der, überhaupt unge-meßbar, dieß im höchsten Grade in historischer Darstellung ist.
Die Dichter bethätigten ihre Schöpferkraft in faden Eklogenund bevölkerten nach Lust die zauberhaften Ufer deS Tajo mitden ewigen Galateen und Wellen, mit Elicicn und Nemorincn.Franciöco Xaver de Menezeö, Graf Ericeyra,(1663—1744), der größte Literat seiner Zeit, suchte den gutenGeschmack wiederherzustellen oder wenigstens den verdorbenen zuverbessern, was das einzige Ziel der Poetik ist. Nach ihrenGrundsätzen besang er in seiner „Enricheidc" die Gründung deöKönigreichs Portugal; wie er korrekter ist als C am oen s, ister auch kälter; seine Vertrautheit mit den Classikern lieb ihmeinzelne Schönheiten und einen festen Styl, vermochte abernicht, ihm epischen Geist einzuhauchen.
Nach ihm wüßten wir bis auf unsere Zeit keinen einzigenNamen anzugeben, der besondere Erwähnung verdiene. DieAkademie der portugiesischen Sprache (1714) und Geschichte(1720) gaben keinen großen Anstoß. Die königliche Akademiebot ein wenig mehr Regsamkeit, aber es bedurfte neuer großerEreignisse, damit der lusitanische Genius wieder Leier undSchwert zur Hand nähme.
Englische Literatur.
Unter Elisabeth bemächtigte sich Englands eine mythologischeWuth in dem Grade, wie unter Maria Tudor die Andacht