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und überkommen, als aus Lilly in den heitern Partien seinerfeinern Lust- und Schauspiele.
Den Ruhm der englischen Literatur nimmt das Drama inAnspruch. Dieses leitet hier wie auch anderswo seinen Ursprungvon den Mysterien und dann von den Moralitäten her, und alses in die Hände von Schriftstellern gerieth, war keiner derselbenim Stande, sich zum Leiter und Regelsteller auszuwerfen. So be-hielt das englische Drama seine romantische Färbung *). „Alt.
*) Mit demselben Nachdrucke, wie die faltenreichen Mirakel das werdendeDrama aus die Darstellung von Handlungen wiesen, leiteten die Mo-ralitäten auf die sittliche Tendenz hin, indem sie den dialektischen Cha-rakter so offenkundig trugen und ihre moralische Lehre so ganz faden-scheinig zur Schau trugen. Da auch diese Gattung, die in einzelnenBeispielen bis lange nach Shakespeare, bis in's 17. Jahrhundert, fort-dauerte, wohl hundert Jahre lang, von der Mitte des 15. Jahrhun-derts an bis auf die Regicrungszeit der Elisabeth, in vorherrschenderPflege in England war, so stellt man sich auch hier leicht vor, wie ein-dringlich sich aus ihr die Nothwendigkeit eines Hähern Gedankens, einersittlichen Richtung in dem Drama den Dichtern einprägen mußte. Mansah und schuf in England, so lange das Schauspieldichten noch keinGewerbe war, die dramatischen Werke immer aus einem sittlichen Ge-sichtspunkte. Sir Philipp S id ne» rühmt das erste englische Trauer-spiel, den „Ferrer und Perrer" (oder „Gorboduc") hauptsächlich seinerMoralität wegen und schreibt ihm in jenem horazischen Sinne denhöchsten Preis der Darstellung darum zu, weil es das Sittliche zugleichin anmnthiger Weise lehre. Aus dieser ernsten Richtung des englischenDramas konnte Shakspeare nachher jenen streng sittlichen Geist erfassen,mit dem er den tiefsten Angelegenheiten der Menscherinatur und ihrerVerhältnisse nachdachte; er konnte seine Schauspiele nach jenem großenGrundsätze auferbanen, daß es dieser Kunst erster und letzter Zweck sei,Zeit und Menschen ihre Natur und Art, der Tugend ihre Züge, derSchande ihr Bild im Spiegel vorzuhalten; er konnte zu jener künst-lerischen Höhe vordringen, wo eine geistige allgemeine Idee jedes seinerWerke beherrscht und so durchdringt, daß sie den, sichtbaren Körperder Handlung eine unsichtbare, aber überall durchscheinende Seele leiht.Wie endlos entfernt von diesem Höhepunkte der Kunst jene Mysterienwaren, in denen die dichterische Kraft noch zu gering war, aus derHandlung den zwar naheliegenden Gedanken hervorblicken zu lassen,und jene Moralitäten, die umgekehrt den Gedanken nicht mit einerrealen, körperhaften Handlung zu umkleiden wußten, so wird man dochbegreifen, daß gerade die schroffe, einseitige Mißbildung dieser verschie-denen Bestandtheile des Drainas sehr dazu beitragen mußte, ihre nach-herige Verschmelzung zu erleichtern und die Verflüchtigung des einen