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Mitte. — Gemalte Coulissen/ Häuser, Städte, Berge, überließman den Hoffesten, bei denen sie schon 1568 vorkamen. Für ge-wöhnlich zeigte ein schwarzes Breit mit einem Namen den Ortan, den die Zuschauer sich denken sollten. Bei Trauerspielenwar daö Theater gewöhnlich schwarz behängen, bei festlichen Ge-legenheiten ersetzten Fußteppiche die Binsen, mit denen mansonst die Bühne bestreute. — Eine Art von Gerüst im Hinter-gründe der Scene, nach vorn durch einen besondern Vorhanggeschlossen, diente als Thurm, als Wall, als Balkon, als Theater,je nach Bedürfniß. Auf der Scene waren Sitze angebracht, so-wohl für die Schauspieler, als die Stutzer, Schöngeister undLiebhaber, hinter denen dann die Bedienten mit Pfeife und Ta-bak aufpostirt waren. Im Hause lief man durch einander,scherzte, verkaufte, aß und rauchte. Von einem angemessenenKostüm der Schauspieler war keine Rede; die Desdemoncn undJulien waren Männer *) und häufig spielte ein und derselbe,wie bei den alten Griechen, verschiedene Personen; Trommel-schlag machte auf das Auftreten eines Fürsten aufmerksam undzuweilen mußte ein weißgekleideter Mensch die Mauer vorstellen.
Philipp Sidncy, der die Pracht des italienischen Thea-ters gesehen haue, schildert in seiner „Apologie der Dichtkunst"folgendermaßen den Zustand des vaterländischen: „Unsere Tra.gödien und Komödien beobachten nicht die Regeln der feinenBildung, noch der Kunst. Da seht ihr Asien von der einen,Afrika von der andern Seite und dazu so viele Königreiche, daßder Spieler immer erst sagen muß, wo er sich befindet, wennanders die Handlung einem Menschen verständlich werden soll.Es kommen drei Frauen und sammeln Blumen, dann müssen wirdie Bühne für einen Garten halten. Sogleich hören wir dieErzählung eines auf demselben Platze vorgefallenen Schiffbruchö
Die derbe Sprache mancher Scene im altenglischen Drama hängt mitder Besetzung der Weiberrollen, sowie mit dem Umstände zusammen,daß anständige Damen nur verlarvt das Theater besuchten. Aber wieviel Intriguen, Zerstreuungen und Nebeurücksichten waren auch damitbeseitigt, und welche Kunstschule mußte dazu gehören, um Knaben undJünglinge in die Feinheiten Shakspeare'scher Fraucnrollen einzuweihen,so daß sie dem Meister genügten! So weiß man auch, daß jeneSchauspieler einzubringen wußten, was ihrem Theater abging, undwunderbar waren die Erfolge des Burbadge, des Freundes undGenossen Shakspearr's. D. B.