Band 
Zehnter Band.
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an: „Vom dreifachen Leben des Menschen". Sie entwickelt zwarauch die Lehre von Gott, ihr Hauptgegcnstand aber ist derMensch. — Die vierte Schrift, mit zwei Beigaben, hat dieAufschrift: „Vierzig Fragen von der Seele". Die erste Beilageist „das umgewandte Auge", die zweite „das jüngste Gericht"betitelt. Dieses Buch handelt von dem Ursprung der Seele,ihrem Wesen, ihren Kräften, ihrem Verhältnisse zu dem Körper,ihrem Schicksale nach dem Tode. Die erste Beilage enthälteinen kurzen Abriß der Seelenlehre, die zweite, deren Inhaltaus ihrem Titel sich vermuthen läßt, ist verloren gegangen. —Die fünfte Schrift: „von der Menschwerdung Jesu Christi",wahrscheinlich im Frühjahr 1620 verfaßt, zerfällt in drei Theile.Der erste erörtert den Eintritt Jesu in die äußere Welt, derzweite die Bedeutung und Nothwendigkeit seines Todes und seinerAuferstehung, der dritte den Ursprung und die Wirkung desGlaubens an Christus. — In das nämliche Jahr fallen fernerdrei kleinere Schriften: „Die sechs thcosophischen Punkte", „diesechs mystischen Punkte", „daS irdische und himmlische Myste-rium". Die erste zeichnet die Grundlinie seines ganzen Lehr-gebäudeS. Die zweite spricht von dem Wesen des Willens undder Entstehung des Guten und Bösen. Die dritte handelt vondem Verhältnisse des Himmlischen und Irdischen. — Aus diesemJahre sind auch zwei Aussätze, welche mit ebenso viel Scharf-sinn und Milde die in dem Buche von Paul Kaym: „Bib-lische Rechnung, wie lange die Welt gestanden und noch zustehen habe", entwickelten Ansichten widerlegen. — Im folgendenJahre schrieb Böhme auf die Bitte eines Bekannten, der An-fällen von Schwermurh unterworfen war, das Schriftchen „vonden vier Complcxionen". Er schildert darin die Hauptcharakterej der Seele, setzt die Gefahren auseinander, denen jeder derselben! zumeist bloögestellt ist, und gibt die entsprechenden VcrhaltungS.regeln. Nachher verfaßte er , durch Freunde veranlaßt, zweiSchutzschriften wider einen schlesischen Edelmann Rilke, dereine Widerlegung der „Morgenröthe im Aufgange" und Be-merkungen zu der „Menschwerdung Jesu Christi" hatte erscheinen! lassen; ebenso ein Bedenken über Esaj. Stiefel, der in einemj Buche „dreierlei Zustand des Menschen und dessen neue Geburt"

! ungebührlich für die Sache des Geistes sich aussprach. Dieses! Bedenken vertheidigt dagegen die Rechte der leiblichen Seite! des menschlichen Wesens. Aus gleichem Anlaß veröffentlichte