Band 
Zehnter Band.
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gemeint seien. Seine Schlußfolgerung ist, man könne die Wahr.heil finden durch das Zusammenfallen der Vernunft und Ersah,rung, während fie getrennt zu nichts taugten. — Hierony-muö Hirnhaym (f 1672) behauptete gleichfalls (Ds 1^,oAvnoris tmmuni), alle Wissenschaft sei Vorspiegelung, und dieGewißheit könne nur durch die Offenbarung erlangt werden.

Während jedoch diese Vernünftler zweifelten und zerstörten,widmeten sich bereits andere Denker dem Aufbauen. Bernar.dino Telesio von Coscnza (1508-88) ftudirte in Zurückgc.zogenheit Mathematik und Philosophie, trat im Alter von 60Jahren zu Neapel als Lehrer der Naturphilosophie auf und grün.dete die gegen Aristoteles gerichtete Telesianische Gesellschaft.Von der Natur der Dinge (äe rernm naturn jcxtn zrroprmprineipis. 1545) handelnd, nimmt er drei Prinzipien an, näm-lich: zwei unkörpcrliche, Hitze und Kälte, ein körperliches, dieMaterie, welche Principien nicht blos thätig, sondern auch in.telligent sind, das Bewußtsein ihrer eigenen Handlungen undder gegenseitigen Eindrücke haben. Aus ihnen und ihren Ver.änderungen gingen die Dinge hervor. Die Hitze, vereint mitdem feinsten Stoffe, hat ihren Sitz im Himmel. Der Mittel,punkt der Erde ist die Region der Kälte, und der Stoff ist daam dichtesten; der dazwischen liegende Raum ist ihr Schlacht,feld. Es ist dies eine große Vereinfachung der Physik des Ari.stotcles, indem die Genien, die Krafcwescnheiten und der ganzescholastische Kram beseitigt sind. Ueber die Bewegung der Him.melSkörper, den Fall schwerer Körper, den Einfallswinkel, dieReflexion des Lichtes, die Richtung der Strahlen, die Hohl-und sphcrtschen Spiegel stellt Telesio neue Ideen auf, undBaeon nennt ihn nmntoroiii veritnlis et seivntüs iitilom, otnvn nuilorum pineitornm emonäntoroiu et novoruw llominum;>rimuin.

Glordano Bruno. 1550—1600.

Ueberhaupt kommt den Italienern das Verdienst zu, zuerstden neuen Weg zum Studium der Naturwissenschaften gezeigtzu haben. So that namentlich Giordano Bruno aus Nola,dessen bewegtes Leben Theilnahme einflößt. Nachdem er dasOrdenskleid bei den Dominikanern genommen, verließ er balddas Kloster und flüchtete nach Genf; hier aber gerieth er inZwiespalt mit Calvin und Beza, deren Lehren er angenommen