Band 
Zehnter Band.
JPEG-Download
 

463

lich einen trefflichen Mann aus kaiserlichem Blute, genanntJohann LascariS; diese förderten gar sehr in den italienischenSchulen die Kenntniß deö Griechischen. Hier befanden sich auchviele Franzosen, welche nach der Rückkehr in ihr Vaterland dieseStudien förderten. Die Sorbonne widersetzte sich dem mit einemEifer, alö wäre daS Studium deS Griechischen und einige Kennt,niß des Hebräischen eine der größten Ketzereien in der Well.Aber Gott stellte ihnen Männer von solcher Bedeutung entgegen,daß sie gezwungen waren, geradehin daS Entgegengesetzte ihrerWünsche zu erblicken. Dahin gehören EStienne Poncher, Bischofvon PariS, Louis Rüzö, Franeois de Luynes, durch welche dasStudium der Sprachen gedieh. Sogar ward das Griechischeöffentlich gelehrt von dem Italiener Aleander, später Kardinal,von dem Schweizer H. GlareanuS und von dem Franzosen Eher-adame, sehr unterrichtet in hebräischer und griechischer Sprach.Wissenschaft, wenn auch leichten und wenig gediegenen Geistes.Indessen vor allen den Gelehrten, sowohl im Griechischen wieim Lateinischen, leuchtete wie eine Sonne unter den SternenGuillaume Budß hervor, so daß kein einziger seiner Gegner ihnanzugreifen wagte. Wie man anerkennen muß, beschäftigte sichübrigens von allen diesen keiner mit Theologie, so daß sich mitRecht sagen läßt, sie bereiteten Andern eine Bahn, auf welchesie selbst niemals den Fuß setzten. Es war ein Glück für Budö,einen König zu finden, der trefflichen Geistes und ein großerFreund der Literatur war, obgleich er nur seine Muttersprachekannte, nämlich Franz 1. Indem er diesem Herrscher seine schö.neu Kommentare der griechischen Sprache widmete, gab er ihmzu verstehen, es sei nothwendig, daß nicht blos die drei Sprachenund die in jeder derselben geschriebenen Bücher in den Schulenund Universitäten deS Königreichs vorgetragen würden, sondernauch daß man in PariS Männer von Verdienst mit anständigemAuskommen als Lehrer anstelle. Demzufolge beschloß der König,ein prächtiges Kolleg der drei Sprachen mit guten Einkünftenzu erbauen für die Unterhaltung mehrerer Regenten und zahl.reicher Schüler. Dieses Gebäude konnte niemals vollendet wer.den, indessen wurden doch verschiedene Professoren darin ange.stellt, von denen die berühmtesten waren: für das HebräischeAgathius und Franeois Vatable, für das Griechische P.DanöS