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Zehnter Band.
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daß sie für ihn eingerichtet seien, vielmehr besagte sie, daß Gottam siebenten Tage ausgeruhet habe, d. h. daß er die Dinge sichdurch die ihnen gegebenen Kräfte habe entwickeln lassen *).

Bei der Erörterung über die Lage der Himmelskörper per.pflichtete demnach kein Dogma weder zum Glauben, daß sie un-beweglich stehe, noch daß sie sich drehe; man konnte ohne Skrn.pel untersuchen, welche Ordnung mit der Vollendung- der göttli.chen Werke, und mit der Einfachheit der Mittel, welche dieWeisheit deS Schöpfers bekunden, am besten im Einklang stehe.Denn wenn einige Stellen in der heiligen Schrift auf die Sta-bilität der Erde anspielen, so weiß doch jeder Katholik, daßjenes Buch nicht geschrieben ist, um die Neugierde des Menschenzu befriedigen. Auch hatten S. Augustin und Thomas vonAquin nur ermuthigeud für derartige neue Untersuchungen ge.sprachen**). War ja auch Nikolaus vonCusa, der die pytha-goräische Ansicht von der Centralität der Sonne offen anpries,zum Kardinal erhoben worden. Derjenige aber, der dieses vonjenen Urhebern mehr gefühlte und eher aus Pietät als aus wis.senschaftlicher Erkenntniß hervorgegangene System zur allgcmei.nen Geltung brachte, war Nikolaus CopernikuS (1473—1573).

Er war geboren zu Thorn und studirte zu Krakau Medizin,daneben beschäftigten ihn astronomische Studien, zu deren Fort.setzung er 1496 nach Bologna ging, wo damals DomenicoMazia blühte; sodann erhielt er zu Rom, wo man sich zu jenerZeit mit der Kalenderverbefferung beschäftigte, einen Lehrstuhlder Mathematik und von dem damaligen Bischof von Ermeland,

*) Man liest im Zochar, dem berühmtesten Buche der Cabalisten, dessenVerfassung wohl nicht später als in das dreizehnte Jahrhundertzu setzen ist, wenn man auch seinen Ursprung aus dem Alterthum ver-wirft, folgende Stelle (3 Th.): „Man lernt aus ausgedehnten Erklä-rungen, die in dem Buche Chamnuna's des Alten enthalten sind, daßdie ganze Erde sich kreisförmig um sich selbst bewegt: die Einen be-finden sich oben, die Andern unten; alle Wesen verändern ihr Aus-sehen nach jedem Standpunkte, indem fie jedoch dieselbe Stellung bei-behalten ; gewisse Länder sind erleuchtet, während andere sich in Finster-niß befinden; diese haben den Tag, während es für jene Nacht ist, undes giebt Länder, wo es beständig Tag ist, wo die Nacht zum Mindestennur wenige Augenblicke währt."

**) 8, Xux. Le Ltonesi I-. I. Opp. X, XXXk.