Band 
Zehnter Band.
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kann, was gefunden ist, nichts aber aus sich selber zu finden ver-mag. So übte er praktisch, was Bacon dann als Theorie auf-stellte und nur spärlich anwendete. Demnach bestrebte er sich,die Kraft und die Genauigkeit der Sinne durch Instrumente zuvermehren und zu vervielfältigen. Ihm ist die Erfindung deSThermometers. deS Proportional-Zirkels und vieler anderer Hülfs-mittel, durch welche ihm seine astronomischen Entdeckungen er-leichtert wurden, zuzuschreiben. Eine bewundernswürdige Sorg-fält verwandte er auf die Anwendung seiner Erfindungen. AlSer die Gleichzeitigkeit deö Pendels gefunden hatte, benutzte erdieselbe, um die Pulsschläqc der Arterie und die Zeit zu messen;seine geometrischen Sätze wendete er auf die Maschinen und dasBefestigungswesen an, worüber er ein bis zu unserer Zeit unedirtesWerk schrieb; sie dienten ihm auch dazu, in der Musik die Ge.setze der Konsonanz und der Dissonanz, so wie die der Farben— in seiner verloren gegangenen Abhandlung äe vi8u et colorl-b»8 — aufzustellen.

Mechanik.

Die seit Archimedcs stehen gebliebene Mechanik war mitAristoteles zu einer Spielerei herabgesunken. Man behauptete,die aus der Kanone abgeschossene Kugel beschreibe zwei Seiteneines Parallelogramms; Tartaglia leugnete dies zwar, aberum zu behaupten, daß die gerade Linie, welche die Kugel beimAbschießen, und diejenige, welche sie im Fallen beschreibt, dieTangenten eines Kreisbogens seien. Wahrnehmend, daß die zurErhaltung eines Gewichts auf einer geneigten Ebene nöthigeKraft bei einer horizontalen Ebene sich auf Null reducirt, mäh-rend sie bei einer perpendikulären Ebene gleich dem Gewicht ist,zieht Cardano hieraus den Schluß, daß diese Kraft wechseltim Verhältniß des Winkels, den die Ebene mit dem Horizontbildet. Benedetti von Turin hatte eine etwas bessere Idee:er schreibt die Ccntrifugalkraft der Körper ihrer Neigung zu,sich in gerader Linie zu bewegen; er bestimmte das Gesetz deSGleichgewichts durch den schiefen Hebel und begriff die zusam-mengesetzte Bewegung. Auf diesem Standpunkte ungefähr befandman sich, alS Galilei zuerst die richtigen Grundsätze der Me-chanik aufstellte. In der „Mechanischen Wissenschaft" handelte ervon der Statik, in der „Neuen Wissenschaft" von der Dynamik,und seinem Satze von dem Gleichgewicht der ungleichen Gewichte