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Zehnter Band.
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Beobachtung und geschickt konstruirten Instrumenten ging; erleitete die Wissenschaft auf die richtige Bahn, wo keine Thatsacheohne Prüfung angenommen wird *). Er ist darum ohne AnstandWiederherstellet: der Philosophie der Wissenschaften zu nennen,und man begreift seinen Gedanken, da er sagt, mehr Jahre demStudium der Philosophie als Monate dem der Mathematik ge.widmet zu haben. Seine Methode besteht in der Verwerfungder Autorität, der Bevorzugung der Erfahrung vor der Beweis,führung, der Vernachlässigung des ForschcnS nach dem Wesender Dinge, dem ausschließlichen Streben nach der reinen Wahr.heit und deren Prüfung durch die Berechnung, die geometrischeUntersuchung, in der Auffassung endlich des Zweifels als „Vaterder Erfindungen und Weg zur Wahrheit", indem die Logik zeigen

*) In einem Briefe an die Großhcrzogin Christine von Toscana sucht«Galilei die Grenzen der Autorität und der Erfahrung festzusetzen. Erschreibt: „Ich wäre der Ansicht, daß die Autoritär der heiligen Schrifthauptsächlich zum Zwecke hätte, den Menschen Ueberzeugung beizubringenvon jenen Artikeln und Sätzen, welche, über jede menschliche Darstel-lung hinausgehend, durch keine andere Wissenschaft, überbaupt durchkein anderes Mittel glaubbar gemacht werden können, als durch denMund des heiligen Geistes selber... . Allein daß dieser selbe Gott,welcher nnS mit den Sinnen, der Sprache und der Vernunft begabt hat,unter Hintanstellung des Gebrauchs dieser Gaben uns durch ein anderesMittel die Erkenntnisse verschaffen wollte, welche jene uns darzubietenvermögen, so daß die natürlichen Schlüsse, welche die Erfahrung derSinne und die nothwendigen Schlüsse unserer Augen und unserer Er-fahrung darbieten, von den Sinnen und von der Erfahrung verleugnetwerden müssen, dies anzunehmen scheint mir nicht nothwendig,... Esscheint mir, man sollte bei der Verhandlung über die natürlichen Pro-bleme nicht vo« der Autorität der heiligen Schrift ausgehen, sondernvon den sinnlichen Erfahrungen und von den nothwendigen Schlüssen;denn da die heilige Schrift wie die Natur gleicherweise vom göttlichenWort herstammen, jene als eingegeben vom heiligen Geist, diese als ge-horsame Ausführerin der göttlichen Befehle, ... so sollte, dünkt mir,was unsere Augen durch die natürlichen Wirkungen oder durch die unsklar gewordene Erfahrung dargeboten wird oder was durch die noth-wendigen Schlüsse daraus hervorgeht, in keiner Weise in Zweifel ge-zogen, noch weniger verdammt werden unter dem Borwande, daß Stel-len der heiligen Schrift Ausdrücke ini entgegengesetzten Sinne zu ent-halten schienen, weil jedes Wort der heiligen Schrift nicht durch sostrenge Nothwendigkeiten gebunden ist, wie jede Wirkung der Naturu. s, w."