Band 
Zehnter Band.
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sich für ihre Ansichten auf die heilige Schrift berief/ sondernauch in Folge der geradezu antichrisilichen Bestrebungen im 16.Jahrhundert/ wovon die letzte und bedeutendste/ die deS Gior.

sächlich aber die Beobachtungen über den Lauf der Planeten an. Alleindie entgegengesetzte Meinung hatte zunächst den Sprachgebrauch deSgemeinen Lebens für sich. Sie hakte ferner die Sprache der heiligenSchrift für sich, deren buchstäblichen Sinn man im entgegengeskKtenFalle verlassen, nno von welcher man alsdann annehmen müßte, daßste blos das Faktum, wie es unsern Sinnen erscheint, und den l« dieSinne fallenden, jedenfalls reellen Effekt dieses Anscheins habe bezeich-nen wollen. Die gewöhnliche Ansicht hatte ferner jene Erklärung derHimmklScrscheiuungeu für sich, die, seit Jahrhunderien gegolten halte,deren Erfinder Ptotemäus von Alcrandrien war. Aber wichtiger alsdies Alles war der Umstand, daß die Annahme der Bewegung derErde in der Art, wie sie aufgefaßt und dargestellt wurde, solche Ver-wirrungen auf der Erde selbst anrichtete, daß selbst Geister wie Cvper-nicus und Galilei (und noch weniger einer ihrer Vorgänger!) nicht imStande waren, dieselben zu beseitigen. Erwägt man alle Umstände, soist kaum zu zweifeln, daß hierin allein die unüberwindliche Schwierig-keit gelegen habe, warm» Ptolemäus selbst nicht die Bewegung derErde annahm. Er erklärt, daß die Erscheinungen ani Himmel dieserAnnahme nicht widerspräche», wohl aber das, was auf Erden undin der Lust rund um uns vorgeht. Stand hiernach also die Absurdi-tät der aus die Erde sich beziehenden Folgerungen aus der Annahmeder Bewegung einmal fest, so war nicht zu leugnen, daß diese so gefaßteAnnahme der heiligen Schrift widersprach. Ohne ihr Gewalt anzu-thun, konnte man ihr keinen Sinn unterlegen, welcher der in der obenerwähnten Weise dargestellten Bewegung der Erde günstig gewesen wäre,und Copernicus konnte den Widerspruch nicht dadurch heben, daß ersagte: seine Worte seien nicht richtig verstanden oder verdreht. Die»war der Stand der Frage, als fein Buch im Druck erschien. Die großeFrage, welche er aufgeworfen hatte, schien mit seinem Scheiden aus derWelt bei Seite geschoben, und seine Ansichten fanden in der ersten Zeitnach seinem Tode wenig Anhänger. Erst 38 Jahre nachher kam, ausden Grund der von ihm entworfenen Tafeln, unter Gregor XIII (1582)die Verbesserung des Kalenders zu Stande. Wiederum versoffen 30Jahre, bis Galilei mit seinem ersten Werke Xuntius siäerias vor dieWelt trat. Die hier niedergelegten Entdeckungen erregten ein solchesStaunen, daß sie bei der ersten Kunde, die davon erscholl, Vielen un-glaublich schienen; ein Schriftsteller ließ sich sogar aus eine Widerlegungein. Galilei aber wurde, als er sich im Jahre 16ll nach Rom begab,dort aus die ehrenvollste und freundlichste Art empfangen, und dierömische Akademie de Lincel ließ lükZ sein Werk über die Sonnen*