Band 
Zehnter Band.
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ferner, daß der heftige und bittere Streit, der zwischen der altenSchule und der neuen Lehre auvgebrochcn war, Rom zu einemAuSspruche drängle, und daß, nachdem dieser erfolgt war, manden förmlichen Ungehorsam Galilei'ö in Bezug aus das ihmgewordene Verbot, ohne die nachtbeiligsten Folgen für daS inseinem Ansehen schon von so vielen angelastete Kirchcnregiment,nicht ungerügk lassen konnte: so wird jeder Unbefangene daSAuftreten und Verfahren des geistlichen GerichtS gegen den flo.rentinischcn Gelehrten, falls in der That die von ihm behaupteteWahrheit, die man ja alö wissenschaftliche Hypothese vollkommenanerkannte, noch nicht nach allen Seiten hin vollständig erwiesenwar. und darum die Auslegung der Schrift in ihrem Sinneimmer noch als eine willkürliche, die nicht geduldet werden dürfte,erscheinen ließ, wohl natürlich finden*).

Wir sind indeß dem historischen Gange der Angelegenheitvorausgeeilt. Bald nachdem der Nuntius siäorous erschienen,war die römische Inquisition auf die neuen Entdeckungen Ga.lilci's aufmerksam gemacht, eine wissenschaftliche Prüfung desBuches, von Bellarmin geleitet, fiel jedoch ganz zu Gunstendes großen Forschers aus, der um Liese Zeit in Rom höchst ehren,voll aufgenommen wurde. Nach Florenz zurückgekehrt, ließ der.selbe jedoch einige weitere Schriften ausgehen, die eine neueUntersuchung veranlaßten.

Aus Befehl dcS Papstes und der Kardinäle des heiligenOffiziums erging an die Qualifikatorcn (gewissermaßen blos Sach.verständige, die dem geistlichen Gericht beigeordnet sind) der Auf.trag: zwei Sätze, deren einer das Stillstehen der Sonne, derandere die Bewegung der Erde betraf, zu qualifizircn. Beidewurden als absurd und falsch in der Philosophie, und der heil.Schrift zuwider erachtet. Außerdem war die erste dieser Pro.

CopernicuS über die Verhältnisse der Erde, die jetzt auch in Umlaufgekommen ist, durch die Grundsätze der Astronomie, weil sie den Phä-nomenen nicht widerspricht, n chr widerlegt werden kann; sie kann jedochwiderlegt werden durch richtige Grundsätze der Naturphilosophie." End-lich glaubte noch im Jahr 1644 CartesiuS in seinen krliioipiis xl,i-losopIitLe einen mittlern Weg zwischen Copernieus und Tycho eiuschla-» gen zu müssen.

*) Vergl. in Aschbach's Allgem. Kirchenlerikon deu Artikel Galilei vonvr. CleuieuS.