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Zehnter Band.
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und stürmisch auch die Anklagen der Gegner sein mochten, einenso verständigen wie gemäßigten Mittelweg einzuschlagen. AufVeranlassung Bella rminS schrieb Dini, wenn Galilei sichdarauf beschränke, die Frage vom mathematischen Standpunkt auszu behandeln, so werde man ihn wohl nicht mehr beunruhigen.Auf ähnliche Weise äußerte sich der Kardinal Masfeo Bar.berint, wie Bellarmin ein Toscaner und Freund der Wis.senschaft. Der Sekretär dieses Kirchenfürsten, der FlorentinerCiampoli, als Lyriker nicht ohne Talent, hatte in PaduaGalilei'S Vorlesungen beigewohnt und seinem Lehrer dankbareAnhänglichkeit bewahrt, welche er auf jede Weise an den Tagzu legen suchte. „Der Cardinal Barberini, schrieb er anGalilei, welcher, wie Euch aus Erfahrung bekannt ist, EureTalente und Wissen stets bewundert hat, sagte mir gestern Abend,eS scheine ihm daö Vorsichtigste, in diesen Fragen nicht über diePtolemäische oder die Copernieanische Beweisführung hinauSzu.gehen, oder, eS genauer auszudrücken, die Grenzen der Physikund Mathematik nicht zu überschreiten" — ein Rath, der balddaraus näher dahin bestimmt ward, daß er wohl thun würde,sich auf die heil. Schrift nicht einzulassen. Allerdings würdeGalilei gut daran gethan haben, diesen Rath anfS Strengstezu befolgen *).

AlS nun Galilei Anfangs 1616 nach Rom kam, fand erdas Terrain sehr verändert. Paul V Borghese, sehr ver-schieden von Paul III, war kein Begünstiger der freien misten,schaftlichen Forschung, und die religiösen Neuerungen, die inOberitalien hier und dort waren versucht worden, lassen dies

und des Inder milderten zwar, wie wir gesehen, diesen Ausspruch, be-stätigten ihn aber in so weit, als sie jene beiden Sätze für falsch er-klärten, was diese in Beziehung auf die Erscheinungen auf der Erd-oberfläche allerdings waren,. Durch eben diese Irrthümer war dennauch der Ausspruch vollkommen gerechtfertigt, daß die Lehre des Coper-nicuS und des Galilei der Lehre der heil. Schrift und ihrer wahrenund katholischen Auslegung widerspreche. In Beziehung auf die Lehredieser beiden Schriftsteller — und nur von diesen war damals die Rede— ist daher jene Qualifikation unbestreitbar, obwohl sie auf die heuti-gen geläuterten und verbesserten Ansichten unserer Astronomen undPhysiker keine Anwendung mehr leidet. Vergl, loo. olt. in Histor.-pol.Blatt.

») Vergl. Reumont, a. a. O.