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in der Form eines einfachen DckretS der Congregation des Index.Galilei seinerseits hatte sich freiwillig nach Rom begeben, umsich zu vertheidigen. Hier ließ man sich nicht abhalten, wie heftig
nur als Hypothese, annehme und sich ihrer bedienen dürfe, und daßman dabei noch den Urheber dieses Irrthums als vortrefflichen Astro-nomen und sein Werk als „viel Nützliches für das Gemeinwesen ent-haltend" hätte loben, und bei der Korrektur ihm so viele Schonung be-weisen sollen, wenn jener Vorwurs des Widerspruchs gegen die heiligeSchrift sich direkt auf die Lehre des CopernicuS von der Bewegung derErde bezogen hätte. Es bezog sich vielmehr auf die physikalischen Kon-sequenzen in Beziehung auf die Erscheinungen auf der Erde, und aufdie Widersprüche, in welche man mit diesen gerieth. Und in der Thatist für die Falschheit, ja die Absurdität in philosophischer (nach demitalienischen Sprachgebrauche, wonach die Naturkunde zur Philosophiegehört) Beziehung nicht zu leugnen, und der Widerspruch gegen dieheil. Schrift augenscheinlich. Es lassen sich eine Menge Stellen anführen,welche mit der Lehre von der Bewegung der Erde durch die Luft, wieGalilei sie verstand, wirklich und schlechterdings unvereinbar sind.Endlich ist wohl zu bemerken, daß weder in dem Urtheil gegen Galilei,noch in der Abschwörung des letzteren, noch in den vorausgehenden De-kreten, die Qualifikation der Häresie und des Irrthumsim Glauben angenommen ward, obwohl die Qualifikatoren sievorgeschlagen hatten, sondern man sprach blos von Falschheit undWiderspruch gegen die heil. Schrift. In der geschichtlichen Erwähnung,welche das Urtheil von jenem Befehle thut, der dem Galilei am Mor-gen des L5. Februar 1616 bekannt gemacht wurde, wird sogar seineLehre blos als falsche Meinung qnalisizirt. — Wollte man hiergegeneinwenden: daß es seltsam sei, eine theologische Censur wegen einerabsurden und falschen Behauptung auf dem philosophischen Gebiete zuverhängen, so ist dagegen zu bemerken, daß es sich hier nicht von einemMysterium handelt, welches in der heil Schrift offenbart worden, undwelches geglaubt werden muß, sondern blos darum, ob die Worte der-selben in ihrem buchstäblichen Sinne verstanden werden sollen. Nun istes aber eine Regel, daß man die buchstäbliche Bedeutung der Worteverläßt, wo dieselben einen Widerspruch enthalten würden, z. B. wo vonden Augen, den Armen Gottes u. dgl. die Rede ist, und umgekehrt,daß man diesen buchstäblichen Sinn nicht aufgeben kann, wenn mandurch dieses Aufgeben desselben in eine Absurdität oder in eine offenbarfalsche Behauptung verfallen würde, wie dies im vorliegenden Fallegeschehen wäre. Die physikalischen Irrthümer, welche sich nnabweislichan die Lehre des Galilei knüpfen, enthielten offenbar Absurditäten, undaus diesen leiteten die theologischen Qualifikatoren den Widerspruchgegen den wahren Sinn der heil. Schrift, und folglich die Häresie oderden Irrthum im Glauben her. Dir Kongregationen des heil. Ofsiciums