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falls merkwürdigen Worten antwortet: „Die Falschheit des Co-pcrnicanischen Systems darf in keinem Falle bezweifelt werden,am wenigsten von uns Katholiken, da die unwiderrufliche Auto.rität der heil. Schrift dagegen ist, wie sie von berühmten Theo-logen ausgelegt worden, deren einhellige Erklärung uns ver-sichert, daß die im Mittelpunkte stehende Erde unbeweglich istund die Sonne sich um sie herumdreht. Die Conjecturen, aufwelche CopernicuS und seine Anhänger die Behauptung deS Ge-gentheilS'gestützt haben, fallen alle weg vor dem gründlichen Ar.gumcnt der göttlichen Allmacht: denn da diese auf vielfache, jaunendliche Weise daö thun kann, waü nach unserer Ansicht undBeobachtung nur auf eine einzige Art in'S Werk gesetzt wird, somüssen wir nicht daS Wirken von Gotteö Hand beschränken, nochdas hartnäckig vertheidigen wollen, worin wir uns getäuscht ha-den können. Wenn mir aber die Copernicanischen Beobachtungenund Conjecturen unzulänglich scheinen, so halte ich die des Pto-lemäuS, des Aristoteles und ihrer Nachsprechet noch für viel ir.riger und trügerischer: denn ihre Falschheit könnte man nachwei-sen, ohne Laß es nöthig wäre, die Grenze des menschlichenWissens zu überschreiten." — Damit ist zu vergleichen, was G a-lilei bei seinem zweiten Verhöre erklärtet*)
Bon diesem Zeitpunkte an bis zum Jahre 17S7 geschah nichts vonSeiten des heil. Stuhles, was sich auf die Frage bezogen hätte. Dievon der Kirche genommene Stellung gestaltete den Wissenschaft! chen Be-strebungen katholischer Astronomen volle Freiheit der Entwicklung ihrerhypothetischen Forschungen. Man braucht nur an den Jesuiten Ric-ctoli und an Cassini zu erinnern, die zu Bologna im flebenzehntenJahrhundert blühten und von denen der erstere den gelehrtesten Astro-nomen seiner Zeit von Laplace zugezählt wird. Die mit dem Buchedes CopernicuS vorgenommenen geringfügigen Correcturen zeigen schla-gend, daß die Kirche nicht den Stillstand der Wissenschaft, sondern nurden Gelehrten Vorsicht, Bescheidenheit und Ehrfurcht vor einer Autori-tät einschärfen wollte, die über aller menschlichen Wissenschaft steht.Nachdem nun durch die angehenden Entdeckungen der Schwere der Luftund andere Demonstrationen die wesentlichsten Einwürfe gegen das Co-pernicanische System aus dem Wege geräumt waren, faßte am 10. Mai1757 die Kongregation des Inder den Beschluß, das Berbot der Bü-cher, welche den Stillstand der Sonne und die Bewegung der Erdelehren, aufzuheben, (klabito verbo oum Sanotissimo omiltatur So-erstum, guo proliibentnr »muss lebn elaoeutes immobilitatsm soll»et Mobilitäten» teerte.) Fortan war auch in Beziehung auf die Schrif-