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Lehrern der Philosophie und Mathematik davon Kenntniß gebenkonnte/ mitgetheilt. Den Standpunkt, aus welchem die Jnqui.sttion selbst die Sache betrachtete, erkennt man auS dem offiziel.len Schreiben des CardinalS von S. Onofrio an den Jnqui.sitor von Venedig vom 2. Juli 1632, mitgetheilt von Venturi.ES wird dem Galilei hier blos zur Last gelegt, daß er demihm geschehenen Verbote zuwider gehandelt und in dem von ihmin den Druck gegebenen Buche vorgegeben habe, hypothetischvon der besagten Meinung handeln zu wollen, dagegen aber der.gestalt davon gehandelt habe, daß er sich schwer verdächtiggemacht, er behaupte diese Meinung alS ausgemachteWahrheit.
Im Jahre 1641, dem vorletzten seines Lebens, kam Galt.le i noch einmal auf diese Meinung zurück, aber nur, um sie zuverwerfen. Er thut dies in einem von Arcetri 29. März datir.ren Briefe an FranceSco Ninuceini, toskanischen Residcn.ten in Venedig und später Bischof von Pistoja, der, wie seinBruder, der berühmte Erzbischof von Fermo und Nuntius inIrland, sein Schüler gewesen. Rinuccini hatte einen Zweifelan der Erdbewegung geäußert, worauf Galilei mit den jeden-
die weltlich-wissenschaftliche Seite der Frage, eine gewisse Verwirrungherrschte, und daß man die wahre Lage der Dinge keineswegs so klarund scharf auffaßte, wie dies der heutigen Zeit möglich ist, welche durchdie wahren Fortschritte der Astronomie und Physik in den Stand gesetztist, von dem Standpunkte ihrer bessern Kenntniß und tiefern Einsichtaus, Wahrheit und Irrthum in der Lehre des Galilei mit Sicherheitund Schärfe von einander zu scheiden. Man hielt sich damals einfachund hauptsächlich an das Faktum des Widerspruchs mit der h. Schriftund ließ, nachdem Galilei sein Versprechen gebrochen und sich wider-spenstig gegen den Befehl der Kirche und ihres sichtbaren Oberhauptesbezeigt harte, ihn jene Sätze widerrufen und abschwören, in welcher dasAergerniß des Widerspruchs gegen die heil- Bücher lag. Dabei muffenwir es als eine besondere Fügung der Vorsehung und als eine Wirkungdes göttlichen Beistandes betrachten, welcher der h. römischen Kirche ver-sprochen ist, nicht nur, daß die dem Schuldigen vorgeschriebenen Aus-drücke der Abschwörung, richtig verstanden, seinem Gewissen und derWahrheit, wie diese von der damaligen Wissenschaft begriffen wurde,keine Gewalt anthun konnten, sondern auch, daß eben jene Formel aufein« Weise, welche sich aus den astronomischen Kenntnissen derer, diesie vorschrieben, nicht erklären läßt, mit den großen Entdeckungen künf-tiger Zeiten übereinstimmte." Histor.-Polit. Blätter, a. a. O.