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Die Astronomie entwickelte sich mit Riesenschritten, und gleich,sam um zu ihrer Erforschung aufzufordern, offenbarte die Naturganz neue Wunder und zeigten sich drei Sterne erster Größe;einer im Schwan, einer in Cassiopea — zuerst von CornelioGcmma im Jahre 1572 entdeckt, derselbe funkelte so stark, daßer am hellen Mittag sichtbar war — und einer im Schlangen,träger von Keppler im Jahre 1604 beobachtet und jeden an.dern Planeten überstrahlend. Acht zwischen 1577 und 1605 er-sichtbare und drei im Jahre 1618 erschienene Kometen machten dieAstronomen auf die noch gefürchteten und unerklärlichen Him.melSkörper aufmerksam. Galilei betrachtete sie alS wahrhafteGestirne, Keppler glaubte, daß sie in gerader Linie sich be-wegten, bis sie sich auslösten; der Jesuit Grossi (Oe tribuscowotis, 1619) war der Erste, der sie als wahre Planeten, diein ungeheuren Ellipsen um die Sonne lausen, beschrieb. Jgna-zio Dann, Bischof von Alatri, einer der Verbesseret des Ka.lenders und Zeichner der Meridiane von Bologna und SantaMaria Novella zu Florenz, entdeckte ^rnttnto äall' nstroinbio,1569) die Abweichungen der Inklination der Ekliptik, vier Jahrevor der Herausgabe dcS BucheS lle novn stelln von TychoBrahe, dem man daö Verdienst dieser Entdeckung zuschreibt.Galilei, Harriott, Scheinet und Gian Fabrizio enk.deckten die Sonnenfleckcn — welch merkwürdige Erscheinung man
Zeitfolge nach. die Modifikationen des Lustkreises zu ergründen. Wirerfahren aus dem Diario der Academia del Ciamento, welche in derkurzen Dauer ihrer Wirksamkeit einen so glücklichen Einfluß auf dieLiebe zu planmäßigem Erperimentiren ausgeübt hat, daß mit Alkohol-Thermometern. den unsrigen ähnlich, in vielen Stationen, zu Florenz-im Kloster degli Angelt, in den Ebenen der Lombardei und den Gebir-gen um Pistoja, ja in der Hochebene von Innsbruck, bereits seit 1641,fünfmal täglich Temperatur-Beobachtungen angestellt wurden. AlsZeugnisse für die ersten vergleichenden Temperatur-Beobachtungen kön-nen gelten die Briefe von G ia n fran ces co Sangredi und Be-uedetto Castelli von 1613, 1615 und 1633 Lei Nenturi, Ne-morlo et I-ettoro inoäito 61 Llalilsi, l. — Zn dem glänzende» Zeit-alter der Gründung einer mathematischen Naturphilosophie fehlte es auchnicht an Versuchen die Luftfeuchtigkeit in ihrem Zusammenhange mitden Veränderungen der Temperatur und der WindeSrichtung zu erfor-schen. Die Academia del Cimento hatte den glücklichen Gedanken, dieDampfmenge durch Verdunstung und Niederschlag zu bestimmen.Kosmos v. A. v. Humboldt, Bd. II.