Band 
Zehnter Band.
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unter einer andern Form, auf die virtuellen Geschwindigkeitenhinauskommt.

Eifersüchtig auf die Entdeckungen Anderer, vermochte er'Snicht über sich zu gewinnen, Galilci'S Verdienste anzuerkennen.Der Beschleunigung der Bewegung setzte er den Widerstand derLuft entgegen, obgleich die Florentiner denselben bereits in Be.rechnung gezogen; er leugnet, daß die Körper mit mindererSchnelligkeit zu fallen anfangen, daß die Räume wachsen wiedie ungleichen Zahlen und daß die Geschwindigkeit Ursache derVermehrung der Kraft sei. Er legt indeß in seiner „Dioplrik"klarer als Galilei die Zusammensetzung der bewegenden Kräftedar, und ihm kommt auch daö Verdienst zu, die Gesetze der Be-wegung festgestellt zu haben, und auch dieses: baß die Körper imZustande der Ruhe oder der einförmigen geradlinigen Bewegungverharren, so lange sie nicht durch irgend eine andere Ursachegestört werden; hieraus ergibt sich, daß jede krummlinige Bie-gung aus einer Kraft entsteht, welche die Körper zu vermeidensuchen in der Richtung einer Tangente der Curve. — Versunkenin seine metaphysischeck Ideen, vermuthete er, eS sei der unver,änderlichcn göttlichen Natur nothwendig, daß im Weltall stetseine gleiche Menge von Bewegung herrsche; hieraus schloß er,eS sei entschieden unrichtig, daß zwei harte Körper, die in ent-gegengesetzter Richtung auf einander stoßen, ohne an ihrer Ge-schwindigkeit einzubüßen, wieder hinauSgeschlcudert werden, unddaß ein Körper einem andern größere Geschwindigkeit nicht mit-theilen könne. Da die Erfahrung daö Gegentheil beweist, soschrieb er eS der Luft zu, welche die Körper fähiger in der Be-wegung mache, als sie eö durch sich selbst seien.

Hydrostatik.

Die Statik und Hydrostatik von Simon Stevin vonBrügge erklärt das Gleichgewicht auf einer geneigten Ebenevermittelst einer biegsamen Kette; das Problem wird indeß bessergelöSc durch Varignon'S Dreieck der Kräfte, dessen Urheber-schaft übrigens Montucla dem Stevin selbst zuschreibenmöchte. Thatsache ist, daß Letzterer mehrere neue Sätze auf-stellte über die Eigenschaften der mechanischen Kräfte und in derHydrostatik die erste Entdeckung nach Archimedeü machte, indemer fand, daß der vertikale Druck der Flüssigkeiten auf eine hon-zontale Fläche dem Produkt der Grundfläche dcö Körpers mit