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Zehnter Band.
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Schriften einige neue Affenarken bekannt; auch denDodo, einennun auSgestorbenen majestätischen Vogel.

Girolamo Fabrizio aus Acguapendente (1537 — 1615)schrieb ein Werk über die Sprache der Thiere, ein reichhaltigesThema, welches noch keineswegs erschöpfend behandelt ist. ESwäre nämlich zu untersuchen, ob die Thiere wirklich eine Sprachehaben, worin sie bestehe, in welch/n Hinsichten sie von dermenschlichen abweiche, wie die Thiere dieselbe gebrauchen, wiesie -die Empfindungen ausdrücken, in welcher Weise sie sich ver-stehen, was das Organ dieser Sprache sei. Aus Behauptungender Schriftsteller und der Erfahrung namentlich der Jäger undHirten beweist Fabrizio, daß die Thiere ihre elementarenTöne gerade so modifiziren wie wir die Laute, nur daß unsereRede mannigfaltiger und zusammengesetzter ist, weil wir mit un-seren vollkommeneren und biegsameren Organen raschere undzahlreichere Laute hervorbringen. Die Thiere bedienen sich ihrerSprache, um gewisse Empfindungen auszudrücken, und zwar be-dienen sie sich hiezu der Geberde, des Blicks, deS Tons, desSchreies, des Worts. Ein Hund z. B., der einen andern vondem Platze, den er selbst einnehmen will, vertreiben will, beginntdamit, ihn von der Seite anzusehen, macht sodann bezeichnendeBewegungen, zeigt hierauf seine Zähne und endet damit zu bellen.Die untergeordneten Thiergattungen besitzen nur die beiden erstenArten sich auszudrücken; gewisse Fische geben mit den Flossen oderden Kiemen einen Ton von sich. Den Insekten bestreiket Fabri.zio eine Stimme, obgleich sie durch Töne ihre Empfindungenausdrücken. Rindvieh, Hirsche und andere Vierfüßler haben ehereine Stimme als eine Sprache; eine wahrhafte Sprache dagegen,wenn sie auch weit weniger klar und deutlich als die menschliche ist,besitzen Katzen, Hunde, Vogel. Die Thiere verstehen, was wirihnen sagen, um so eher daher sollten wir sie verstehen. Fa-brizio untersucht beim Hunde und Huhn, welche die Ausdrückeder vier Leidenschaften, der Freude, des Wunsches, des Schmer,zes und der Furcht sind, gesteht jedoch, daß er dabei nicht zuerheblichen Ergebnissen gelangt ist. Zuletzt thut er dar, daßkein Thier mit dem Menschen hinsichtlich der Sprache sich messenkann, da ihr Hauptorgan die Gurgel sei, deren wir unS nur fürdie Selbstlaute bedienen; ob aber die Thiere die Fähigkeit be-sitzen, sich untereinander Mittheilungen über bestimmte Thatsachenzu machen und bis zu welchem Punkte sie mir der Sprache Ideen