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den Blutumlauf durch die Lungen sowie die Klappen der Arte-rien und Venen kannte. Jener Michel Server, dessen Ver-irrungen und trauriges Ende wir beklagten, beschrieb den kleinenUmlauf durch die Lungen in der OllristiÄnismi restitutio, demnkit seinem Autor von Calvin verbrannten Werke von 1535, undnicht in dem Traktat vo liinitutis vrrorüius von 1531, wiebehauptet zu werden pflegt.
Fabrizio von Aequapendente setzte die Arbeit des Vesalefort, indem er die aus dem Vergleiche der Anatomie mit demBau verschiedener Thiere sich ergebenden Bemerkungen verallge-meinle. Seine Abhandlungen, eigentlich Kapitel, eines nichtvollendeten „lotius ruiimulis InbiieW tlivntruw", zerfallen je indrei Theiler Beschreibung des Organs, seine Thätigkeit, seinGebrauch. Er ftudirte insbesondere die Venen und bemerkte,daß die Klappen gegen das Herz hin gerichtet seien. Auch ihnbehinderte noch die starre Verehrung vor den Alten.
William Harvey (1578-1658).
Unter ihm ftudirte zu Padua der Engländer Harvey bis1602. Er leugnete die schon von Redi bekämpfte KenorntiowyuivocÄ und beobachtete die Entwickelung des Ei'S, obgleicher in Ermangelung des Mikroskops auf Irrthümer verfiel. Von1619 an lehrte er zu London den Blutumlauf, worauf dann(1628) sein Werk Oo Alotu sruiAiiinis ot em-ilis dem alten Ge-bäude den letzten Stoß versetzte. Es ist nicht in Abrede zu stel-len, daß der Blutumlauf in Italien bereits bekannt war undLaß Harvey von Eustachio Rudio, obgleich er ihn nichtnennt, die wahrhaften Funktionen des Klappensystems kennenlernte*); nur daß die nun von der Experimental-Anatomie ge-machten Fortschritte ihm gestatteten, die schielenden Phrasen zuverlassen, in welche sein Vorgänger sich verwickelt hatte, undden allgemeinen Mechanismus des Umlaufs klarer zu bestimmen.
Die Chirurgie und Heilkunde mußten davon große Vortheileziehen. Die Verbreitung der Feuerwaffen führte zu neuen chi-
*) Sprengel will, daß Berengario die Uebergießmig des Bluts durchdie Scheidewand leugnet; indeß, obgleich er eS satis notabilis sudstem-t'iw guw est etiam satis ckonsa sagt, nimmt er doch die kleinen Oeff-nungen Galens an. Sprengel behauptet, daß Colomb imGegentheil diese Stelle voraussetzt, während er deutlich sagt, daß die-jenigen, welche dieses sagen, im Irrthum seien; lunxa orrsnt via.