Band 
Zehnter Band.
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rurgischen Forschungen, und das Werk des Neapolitaners Al-fonso Ferri, äs 8dopetoruw vulneribus (Lyon, 1554) ist,obgleich wenig bekannt, von hervorragender Wichtigkeit. EinGeheimniß, diese Wunden zu heilen, besaß ein Arzt zu Turin;derselbe trat eS an Ambrose Pare von Laval (f 1590) ab,welcher ihm einen mehr dem Ankaufspreise alS dem wirklichenVerdienste entsprechenden Werth beilegte. Pare war übrigenseiner der ausgezeichnetsten Praktiker; er machte gebräuchlich,wenn er sie auch nicht erfand, die unmittelbare Unterbindungder Gefäße, statt des Schröpfens und Beizens; er lehrte die Be-handlung der Knochenbrüche mit Wunden; er begründete die all-gemeinen Vergleichungen dcö menschlichen Skeletts mit dem derVierfüßler und Vogel; er glaubt, daß die ansteckenden Miasmendurch Las Riechen aufgenommen werden. Er war Arzt Franz l,Heinrichs II, und Karls IX, der ihn in der Bartholomäusnachtrettete. Sein Schüler, der Provenzale JacquesGuillemeau,' vervollkommnete das Trepaniren. — Auch die Geburtöhülfe wardminder grausam. Den ersten Versuch des Kaiserschnittes aneiner Lebenden machte Rufer Castraporei im Thurgau.FranyoiS Rousset, Arzt des Herzogs von Savoyen, schriebüber diese Operation ein sehr geachtetes Buch, und weitere Ver-suche hatten glückliche Ergebnisse.

Nichtsdestoweniger nahm der Chirurg im Leben noch eineuntergeordnete Stellung ein; er mußte seine Lehre beim Baderhalten und sich zu untergeordneten Hülfsleistungen hergeben. AlSdie Innung zu Paris Vorrechte erhielt, welche die Chirurgenauf den Fuß der Gleichheit mit den Aerzten stellten, fühlten sichdiese hiedurch auf's Tiefste verletzt und verbanden sich gegen jenemit den Badern. Sie konnten jedoch nicht hindern, daß dieChirurgen als Mitglieder der Universität angenommen wurden.Eine Klinik war bereits 1543 von Gianbattista del Montezu Padua eingerichtet.

Heilkunst.

In der Heilkunst offenbarten bessere Uebersetzungen aus demGriechischen die Mangelhaftigkeit und Ungenügcndheit der ara.bischen Uebertragungen und Erklärungen. Leonhard FuchSvon Wemdingen in Schwaben (f 1565) bestritt dem Avieennaden Namen eines Fürsten der Heilkunde, um diesen Titel demHippokrateS und Galen zurückzugeben. Die Veronesen Gianb ar-