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Zehnter Band.
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rühmte Fracastoro schrieb dem EinAuß der Gestirne die Sym.pachten und Antipathien zu. Andere Aerzte indeß — Monardo,Bafsi, Mundello u. A. — stellten diesen Einfluß der Ge-stirne in Abrede. -

Noch ist zu bemerken, daß in dieser Periode die gerichtlicheArzneikunde mit einer Abhandlung von Fortunato Fedele(vo relntionibus moäieoruM , 1602) begann.

Neuntes Kapitel.Zur Kulturgeschichte.

Wir würden unsern Zweck verfehlt haben, wenn man nachallem, was wir über Wissenschaft, Literatur und Kunst gesagt,sich nicht ein Bild von den Sitten in der eben geschildertenEpoche zu machen vermöchte. Wer, wie wir LieS verlangen, dieKultur von der Civilisation unterscheidet, weiß, daß diese nichtanders zu gedeihen vermag alö durch ein gleichmäßiges Fortschrei,ten der menschlichen Fähigkeiten. Wo die eine sich entwickeltunter Beeinträchtigung der andern, da ist eS um jene Ueberein-stimmung geschehen, welche allein nützliche und dauernde Fort-schritte hoffen läßt. Nun aber wird man erkannt haben, daß indieser Epoche die Einbildungskraft weit mächtiger war alS derVerstand, und insbesondere Italien bezahlte theuer die glänzen,den Blumen, womit eö den Abgrund vor seinen Füßen überdeckte.In den Künsten, in der Literatur, in der Regierung, in denSitten war das Heidenthum mit hoch aufgerichteter Stirne zu.rückgekehrt, in seinem Gefolge die grobe SinneSlust wie die fei-nere Sinnlichkeit eines Kultus des Schönen, der die Wahrheitaufopfert, statt daß die Schönheit nur die Bekundung und derReiz deS Wahren sein sollte. Die Literatur entsagte dem idea.len Aufschwünge, und indem sie dem Verlangen nicht mehr einedles Ziel setzte, wakd sie statt einer ernsten Thätigkeit ein Spiel;Pinsel und Meise! vervollkommneten die Form und vernachlässig,ten den Gedanken. Die Wissenschaft beschränkte sich auf die Be-wunderung deS großen Geistes deS Alterthums, und erklärte a«S