Band 
Zehnter Band.
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1457 ward die Königin von Frankreich von LadislauS vonUngarn überrascht durch daS Geschenk eines „schwankenden undsehr reichen Wagens (eknriot brnnlnut st moult ricke)"; überdieses Fahrzeug spotteten jedoch die vornehmen Herren und esward nicht nachgeahmt. Im Jahre 1588 untersagte Juliusv. Braun schweig seinen Vasallen den Gebrauch des Wagens,was minder männlich sei als daS Reiten. Zur Zeit Franz Igab es zu Paris nur zwei Wagen, den einen für die Gemahlin,den andern für die Geliebte deS KönigS. Später ward einigenDamen deS Hofes diese Auszeichnung gestattet, sowie dem Renede Laval wegen seines außerordentlichen Körperumfanges. AISKarl IX LuxuSverboie genehmigte, untersagte er, auf Anrragdes Parlaments, bei strengen Strafen den Gebrauch der Wagenim Innern der Stadt. Unter Heinrich III fanden selbst dieDamen nur zu Pferde bei Hofe sich ein. Heinrich IV hattenur eine einzige Kutsche für sich und die Königin, und so schrieber einst an Sully, er könne an diesem Tage nicht zu ihm kom-men, da seine Frau sich deS Wagens bediene. Derjenige, inwelchem er ermordet wurde, bestand aus einem Kasten auf Axenmit vier hölzernen Stangen, die einen sogenannten Himmel tru.gen, von dem lederne Vorhänge herabhingen. Die Zahl derKutschen nahm zu, als unter der Regentschaft der Maria vonMedici die Herzoge und Großwürdenträger daS Recht erhicl.len, in den Hof deS Louvre hinein zu fahren; im Jahre 1653gab eö bereits 300 Kutschen in PariS. In London wurden dieersten Kutschen im Jahre 1564 von dem Holländer Boonen,Kutscher der Königin, eingeführt. Einige Damen erhielten dasVorrecht Kutschen zu besitzen und erregten damit in Len Pro.vinzen Aufsehen. Binnen dreißig Jahren nahm der Gebrauchder Kutschen dermaßen zu, daß eine ParlamcntSbill Beschrän.kungen einführte, die jedoch nicht lange in Geltung blieben. —Selbst nachdem die Kasten in Ketten gehängt, dann mit Gurtenund endlich mit Federn befestigt wurden und somit der Wagen-bau sich sehr vervollkommnet halte, blieb der obere Theil immernoch offen oder doch nur durch einen sogenannten Himmel undVorhänge geschützt. Allmälig kam das Schirmleder, dann dervollständige Verschluß, aber ohne Thüren, auf, hierauf brachteman Thüren und Vorhänge an, und endlich setzte man statt derletzter» GlaSfenster ein. Diese Mode soll auS Italien nachFrankreich gekommen sein, wo Bassompierrc unter Ludwig

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