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Zehnter Band.
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mer der neuen Welt schienen sich vereinigt zu haben, um dieEinbildungskraft zu überreizen und dieser Epoche einen Anblickdes Glanzes zu verleihen, der sie vor allen auszeichnet.

Die Ueppigkeit und die Annehmlichkeiten des Lebens warenin den andern Ländern Europa's viel geringer als in Italien.Man war auch in Frankreich und Deutschland weil strenger ge.gen Verbrechen; Galgen und Rad waren fortwährend in An.Wendung, aber Ordnung und Sicherheit waren darum dochnicht größer. Für Deutschland, namentlich Nord. und Nieder,deutschland, war die Trunksucht ein eigenthümliches Laster; in.deß herrschte doch in seinen Städten im Ganzen ein gesundesund blühendes Bürgcrleben, auf dessen Schilderung wir untenzurückkommen werden.

Interessant ist, waS uns Girolamo Negro*) von der„großen Armuth" seines Patrons, eines CardinalS, erzählt. „Erunterhält zwanzig Pferde, weil seine Mittel ihm nicht gestattenihrer mehr zu halten, und vierzig Personen in seinem Dienste.Bei ihm lebt man nur mittelmäßig, und in der Weise vonMönchen, die keinen Luxus kennen. Der Papst hat ihm 200römische Thaler monatlich für seinen Unterhalt ausgeworfen;dies, mit dem Einkommen des Hutes, genügt für die gewöhn,liehen Ausgaben und damit müssen wir auskommen, bis Gottuns etwas anderes zuschickt." Heutzutage kann wohl der Reich,thum nicht manchen CardinalS mit dieser Armuth sich messen!

In dieser Zeit wurden auch neue Nahrungsmittel und Ge-würze eingeführt, wie Kaffee und Chokolade. Der Gebrauchdes Zuckers ward allgemeiner, ebenso der des Tabaks, trotz derdawider erlassenen Verbote. Die Taschenuhren, NürnbergerEier nach ihrer damaligen Form und dem Hauplort ihrer Ver.fcrtigung genannt, verbreiteten sich mehr und mehr. Der Dia.mant, den Berg» ein zu schleifen lehrte, ward zum kostbarstruSchmuck verwendet.

Auch die Straßen hatten sich verbessert und ficngen an mitWegweisern versehen zu werden; jedoch bediente man sich nochvorzugsweise der Reitpferde oder Sänften, da die Wagen nochselten und unbequem waren. Die erste Kutsche mit hängendemKasten, deren Erwähnung geschieht, diente der Königin Jsa.bella bei ihrem Einzüge in Paris im Jahre 1405. Im Jahre

») l.ett. äi III. IL9.