Band 
Zehnter Band.
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ihn zu gewinnen, er aber zog Venedig vor, wo er, glänzend auf.genommen, prächtig und hochgeehrt lebte. Indeß stieß er dochimmer wieder auf einzelne Ungläubige und Spötter; und als erspäter der Einladung dcS Herzogs von Bayern folgte, ließ ihndieser hängen und dann mit seinen Hunden verbrennen, weil diegroßen Schätze, die er von der Kunst deö Goldmachers erwar.tere, ausblieben.

Heinrich Cornelius Agrippa von Netteshejm.

Heinrich CorneliuSAgrippa von Nettesheim, auSeinem ritterlichen Geschlechte in Köln im Jahre 1487 geboren,ist eine der hervorragendsten und seltensten Erscheinungen unterden Adepten der Gcheimwissenschaften. Schon von Jugend anihnen ergeben, studirte er in der Vaterstadt und in PariS Juris,prudenz und Philosophie, wandte sich aber nachher der kabbali.ftischen Philosophie zu, für deren Zweck er auch in Paris einegeheime Gesellschaft gründete. Sein Leben war ein äußerst aben.teuerlicheS. Bei einem zweiten Aufenthalte in Frankreich eroberteer die sogenannte schwarze Burg am Fuße der Pyrenäen, auswelcher die aufrührerischen Bauern den königlichen Befehlshabervertrieben hatten, für diesen seinen Freund wieder; aber wegenseiner Grausamkeit gegen die Besatzung mußte er fliehen undtrieb sich in Spanien, Italien und Frankreich umher. 1509ward er zu Dole an der Akademie Lehrer der Theologie. Aberbald der Ketzerei beschuldigt, ging er nach England; von dort1510 zurückgekehrt, lehrte er in Köln. Dann diente er als kai-serlicher Rath beim Bergwesen, und um 1512 zeichnete er sichals Hauptmann unter Kaiser Maximilian gegen die Venecia-ner so aus, daß er zum Ritter geschlagen ward. Seit 1515 hielter sich wieder in Paris, dann in Mey, seit 1519 in Köln alsLehrer auf, 1524—27 war er in französischen Diensten, und warddann Archivar und Historiograph bei der Rcgcntin Margarethevon den Niederlanden. Ueberall wegen seiner ketzerischen Lehrenund seines seltsamen Treibens vertrieben und verfolgt, schloß ersich endlich an die Reformatoren an, ohne jedoch damit Ruhezu finden, bald in Bonn, bald in Lyon, wieder verhaftet undvon seinen Freunden befreit, starb er im Jahr 1535 zu Grenoble.

Mir 23 Jabren hatte er sein Buch vo occultn plailosoptriu(Köln, 1533, wozu ein Ungenannter 1565 das 4. Buch fügte)geschrieben, wo er zu beweisen unternimmt, daß die Magie die