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Zehnter Band.
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Abstinenz; überhaupt geschah da in Allem daö Gegentheil vondem, was die Kirche that, ward dasjenige verspottet, was sieam heiligsten hielt. Darum erhöhte auch die Berührung oderdie bloße Gegenwart der heiligen und geweihten Gegenstände dieLeiden der Besessenen. Der Geist des vom Teufel Eingenomme.nen leuchtet zuweilen in hellerer Klarheit, und in solchen Au.genblicken ertheilt er die treffendsten Antworten, spricht lateinischund hebräisch, sieht Entferntes und Zukünftiges. Hierauf be.rühre die Wissenschaft deö Exorcismus, welche in gewissen Fäl.len sogar ein diätetisches Verfahren war. Nach einem gewissenSystem mußte der Patient vierzig Tage und Nächte fasten; inder ersten Woche durfte er nur unter der Asche gebackeneS trocke.neS Brod und Weihwasser genießen, in den fünf folgenden konnteer Speck und Wein zu sich nehmen, mußte sich aber vor demRausche hüten; Schleie und Aal waren besonders streng verbo.lene Speisen; er durfte sich nur mit Weihwasser waschen, nichttodten oder todten sehen, nicht seine Augen beflecken durch denAnblick von Leichen, und wenn der Priester im Exorciren be.griffen war, mußte er Wermuth bis zum Erbrechen trinken.*)Um daö Jahr 1500 hatte mit der Ueberzeugung, daß derMensch von dem Teufel die frevelhaften Genüsse, welche er vonGott nicht zu fordern wagt, erlangen könne, der Glaube an daöHexenwescn eine sehr große Verbreitung erlangt**). Die Gc-heimwissenschaften bildeten damals die mysteriöse Seite der mensch,lichen Erkenntnisse. In den Schriften der Adepten suchte manAufschluß über Gegenwärtiges und Zukünftiges. Die Natur galtfür eine Aufeinanderfolge von Wundcrerscheinungen, und einejede derselben sollte die Magie erklären können. Eine Kinder,krankheit, die Schwindsucht eines Weibes, ein plötzliches Reich,werden, Stürme und FeuerSbrünsie, optische Täuschungen, ner.vöse Aufregungen und namentlich das Gewöhnlichste, Liebesleidund Eifersucht, alles das sollte Wirkung übernatürlicher Ursachensein, und zwar bezeichnete man als diese Ursachen gemeiniglichVerträge mit dem Teufel, unterschrieben mit Blut, geschrieben

INrertene, De nntig. lüeolesirv eitibus, t. 2., 993.

»«) Vernarb v. Como sagt im Zahr 1584, daß es keine Herrn gebe,tompoee giia eompNrrtum tuit cteeretum per ckominum Kestianum .. .8<eixiarum »cctrr pullulare oaepit I»ntummo4o n 450 snni» eitere, utsppLrok ex proeessibus inguisitaeiim.