Band 
Erster Band. Einleitung. Darstellung, Geschichte und Critik der bisherigen falschen Systeme.
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Schulden selbst mächtig interessirt. Indessen wußte derHof sich nicht zu helfen; zur Beschränkung der Ausgaben,zur Einführung einer strengeren, bescheidenen Oekonomiewar man entweder zu eitel oder zu schwach und eine zahl-reiche Partey sczte ihr sogar absichtliche Hindernisse ent-gegen, weil sie jene Verlegenheit zu ihren weiteren Zwekenbenuzen wollte. Die Vermehrung der Einnahme wußteman ebenfalls nicht auf gerechten Wegen zu bewirken. Dieausgeschriebenen» sonst ohne Widerrede durchgeseztenSteuren oder indirekten Abgaben wurden von den Parla--mentern abgeschlagen; eS wähnten dieselben bereits dieinterimistischen Repräsentanten der Ration zu seyn, ob-gleich sie nichts weiter als Königliche Gerichtshöfe waren.Alle Maßregeln mißlangen und wurden in ihrer Ausfüh-rung paralysirt, weil das bereits nach ganz anderen Grund-zeit gestimmte Publikum sie zum voraus verwarf. Zu-lezt bewog man den König seine ReichSstande, d. h.seine ersten Dienst-Männer und Vasallen zu einer gemein-samen Berathschlagung zu versammeln, 15 denen er nachalter Uebung seine Roth vorlegen, ihre Hülfe ansprechen,ihren Rath anhören und zulezt über alles entscheiden sollte.Ob diese Maßregel, welche seit 1614. nicht mehr geschehenund in Frankreich nie von guten Folgen gewesen, nichtdereitS in der Hofnung angerathen worden sey, mittelstderselben die eonsultative reichsständische Versammlung zursouverainen gesezgebenden zu erheben und die Verfassungdes Reichs nach philosophischen Prineipien umstalten zukönnen: wollen wir hier nicht entscheiden, obgleich eS sehrviele Wahrscheinlichkeit für sich hat. Dem sey aber wieihm wolle: so war schon in der Composition dieser Reichs-stände , in der Art ihrer Zusammenberufung, in der Form

>) $ AU§. 1788.