Band 
Erster Band. Einleitung. Darstellung, Geschichte und Critik der bisherigen falschen Systeme.
JPEG-Download
 

tretest wir nur etwas tiefer in die besondere Untersuchungjener vier einzelnen Säze ein: so werben wir auch finden ,-aß die vorgegebene Entstehungö - Art der Staaten ebenso unmöglich und vernunftwidrig als historisch unrichtigist.

Denn erstlich ist es falsch, daß die Menschen je zer-streut und ohne gesellige Verhältnisse in einem Zustandallgemeiner Freyheit und Gleichheit gelebt haben könn-ten. Einsam und ohne alle Hülfe von seines gleichen ver-mag der Mensch sein Daseyn nicht fortzusezen. Wie elendund hülfioS ist nicht das isolirte Leben, warum scheut einjeder so sehr die fortdaurende Einsamkeit, was nüzte dieSprache ohne menschliches Beyeinanderwohnen, woherdie Freude die man in geselligen Zusammenkünften odernach langer Entbehrung beym bloßen Wiedersehen einer

Herren und die Herren Diener seyn, und dieses heißt manVernunft, obgleich es dem ersten Saz der Vernunft wider-spricht , daß ein Ding nicht zugleich seyn und nicht seynkann. Alle Bäume haben zwar ihre Wurzel in der Erdeund die Zweige in der Luft. Das ist Faktum. Nach derVernunft-Idee aber sollten diese im Boden und jene,nder Lust stehen oder doch die Baume von philosophischenGärtnern diesem Ideal angenähert werden!'. Nicht von derNatur der Dinge, nicht von dem was ist oder nicht ist,sondern von freyen Handlungen und Gesinnungen, von demwas, unter vorauSgesezten Thatsachen, gethan oder unter-lassen werden soll, darüber allein hat die Vernunft zu ent-scheiden.

S6) Wenn man zeigt, daß etwas unmöglich und sogar u n v e vkünftig (seinem Zwek widersprechend) sey, so wird mandoch nicht mehr behaupten, daß es seyn solle. Mehrereneue Coriphäen der philosophisch genannten StaatS-Rechts