Band 
Erster Band. Einleitung. Darstellung, Geschichte und Critik der bisherigen falschen Systeme.
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Lie Natur jedem Menschen Waffen zu seiner Vertheidi-gung gegeben, wenn er in feinen heiligsten Rechten an-gegriffen und beleidiget werden sollte. Jedes Thier sogarhat seine Waffen, der Schlange und dem kriechende«Wurm ist noch das Gift zu ihrem Schuze mitgetheilt. DerSchwache kann sich durch Verbindung mit seines gleiche«oder durch List an dem Stärker« rächen. Der Arme istgewöhnlich dem Reichen, der Unerfahrne dem Weiserenan physischen Kräften überlegen. So mächtig auchimmer ein Mensch seyn mag, so war und ist doch keinerher nicht noch etwas zu befürchten habe und bey allzu-großem Mißbrauch seiner Gewalt nicht früher oder spä-ter das Recht der Wicdervergcltung besorgen müsse, wel-ches ebenfalls nicht durch künstliche Ucbereinkunft gestiftet,fondeni dem Kinde wie dem Mann, dem Thiere wie demMensche» eingegraben und der Grund alles natürliche«StrafrechtS ist. Ungerechtigkeit bringt größere Gefahrenals die Ausübung des Rechtö; beyde führen Rezipro-zicät, erstere in Uebeln,, leztere in Wohlthaten nach sich.Diese wechselseitige Furcht vor einer mögli-chen Wiedervergeltung (Strafe) oder dieHofnung

meinen Umsturzes anführen. Es brennt mir im Herzen, daßich sie nicht weiter illusiriren kann. Allein ich muß dochmeinen Lesern auch etwas zum eigene» Nachdenken über-lassen. Schön hat auch schon Cumberland davon gespro«

chen. ve legg. nat. Cap. I. §. ZZ.

55 ) Nemo tam humilis est qui poenam vel summi hominissperare non possit, ad nocendum potentes suinus. Se-neca de ira L. I. c. 5. So sagen auch die Jtaliäner inihren geistreichen Sprüchwörtcrn: Non e piccolo nemico.

59 ) G. über diesen Saz die schöne Eutwiklung in Cumber-land de legg. nat. Cap. V. §. 57.