Band 
Dritter Band. Makrobiotik der Patrimonial-Staaten. Zweytes Hauptstück. Von den unabhängigen Feldherren oder den militärischen Staaten.
JPEG-Download
 

43

auch noch so geringen Gegen-Dienst, Nuzen oder Vor.theil zu zeigen versteht. O! der elenden Financiers, dienichts anders wissen, als den Völkern ihr Geld zu nehmenund sse noch dabey zu plagen, (welches nebenher ziem-lich schwer ist und nur kärgliche Aushülse verschafft) all.dieweil es viel leichter seyn dürfte, ssch daS Gold sogarStromweise zubringen zu lassen und noch dabey Dank zuerwerben. Sehen sie dann nicht, daß auch im Privatle-ben nur diejenigen Spekulanten reich werden und ganzeNationen in Tribut sezcn, deren Unternehmungen nichtnur ihnen, sondern auch andern nüzlich und angenehmsind. Geben doch die Menschen ihre Zeit, ihre Arbeit,ihr Blut und Leben um Geld: warum sollten sie nichtauch ihr Geld gegen andere Vortheile eintauschen, wenn«ran z. B. ihren Durst nach möglichem größeren Gewinn,«ach Ehre und Auszeichnung, nach Macht und Freyheit,oder auch nur nach Bequemlichkeit und Lebensgenuß be-friedigen kann. 26 > Dazu hat nun jeder Fürst unendlichviele Mittel in seinen Händen, und zu Erhebung von der-gleichen Abgaben ist eS nickt einmal nöthig, Landständeoder neumodische National-Nepräsentanten zu versammeln,eollektive Zustimmung zu erhalten u. s. w., denn sie neh-men die Natur eines Vertrages an, und die Einwilli-gung ist noch viel vollkommener und rechtlicher, wenn sie *«icht blos von der Majorität der Mächtigen, sondern vonjedem einzelnen durch die That selbst gegeben, und bey je-dem Beytrag neuerdings wiederholt wird. UebrigenS sind inZeiten der Noth, für einen guten Zwek und zu Gunsteneines gewissenhaften, sonst ökonomischen Fürsten, alle Beu-tel offen, daher eS keineswegs so schwer ist als manglaubt, die Fürstlichen Einnahmen auf mancherley recht-

s6) Vergl. B. n. ©• 33* und 33 « ff.